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„Ein Fest für die Augen“

Frankfurter Städel „Ein Fest für die Augen“

Flirrendes Licht, Menschen und Häuser als Beiwerk. Das Frankfurter Städel zeigt die Anfänge des Impressionismus in einer großen Sonderausstellung.

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Mitarbeiter des Städel Museums hängen Claude Monets Gemälde „Das Mittagessen: dekorative Tafel“ aus dem Jahre 1873 auf.

Quelle: Roland Holschneider

Frankfurt. Claude Monet (1840-1926) erlebte unglaubliche Umwälzungen. Maschinen traten ihren Siegeszug an, Industrie entstand, Mobilität veränderte sich: Man stieg vom Pferdefuhrwerk auf die Eisenbahn und das Auto um. Die Weltausstellung zeigte 1889 die Möglichkeiten der Technik und bescherte Paris den eisernen Eiffelturm, bis heute das Wahrzeichen der Metropole.

Damals lässt sich in Paris eine Gruppe von Malern von der Ablehnung des etablierten Kunstbetriebs in den Salons nicht beirren. Ihre Bilder haben sich vom dargestellten Objekt gelöst, sie malen den persönlichen Eindruck, den sie vom Gesehenen haben: Verwischte Konturen, flirrende Farben, klarer Pinselstrich. Heute werden die Künstler Impressionisten genannt.

Prunkstück war eine Provokation

Ihren Aufbruch zeigt das Städel-Museum von diesem Mittwoch, 11. März, bis zum 21. Juni in der Sonderausstellung „Monet und die Geburt des Impressionismus“. Sie ist einer der Höhepunkte im Jubiläumsprogramm des Städels, das in diesem Jahr sein 200-jähriges Bestehen feiert. Rund 100 Meisterwerke aus den Anfängen der impressionistischen Bewegung sind zu sehen, im Mittelpunkt 50 Gemälde von Claude Monet. „Vermutlich war Frankfurt noch nie so sehr Paris wie jetzt“, sagte am Dienstag Kurator Felix Krämer und ergänzte, die Ausstellung sei „ein Fest für die Augen“.

Eines der Prunkstücke der Ausstellung ist Monets „Mittagessen“, entstanden 1868/69, aus der Sammlung des Städels. Das Bild zeigt eine Tischszene mit der Familie Monets, seiner Geliebten und dem unehelichen Kind. Das Bild sei für die damalige Kunstszene eine Provokation gewesen, auch wegen seines monumentalen Formats von 2,31 mal 1,51 Meter, sagte Kurator Krämer.

Er sei stolz, direkt daneben Monets nur wenige Monate später entstandenes Werk „La Grenouillère“ (1869) aus dem Metropolitan Museum of Art in New York zeigen zu können, eines der Schlüsselwerke für die Entstehung der neuen Kunstrichtung. Die beiden Bilder seien nun nach mehr als 100 Jahren wieder nebeneinander zu sehen, sagte Krämer.

64 Leihgeber beteiligen sich

Das zweite „Mittagessen“, entstanden um 1873, ist eine Szene im Garten. Hier werde alles der Stimmung untergeordnet, beschreibt Krämer: „Aus Interieur wird Exterieur, Personen treten in den Hintergrund, Licht und Farbigkeit in den Vordergrund.“

Zahlreiche weitere Werke von Impressionisten sind zu sehen, darunter Arbeiten von Auguste Renoir, Edgar Degas, Berthe Morisot, Camille Pissarro oder Alfred Sisley. 15 Bilder stammen aus dem Bestand des Städels, die anderen reisten aus aller Welt an: 64 Leihgeber hätten sich beteiligt, sagte Städel-Chef Max Hollein, darunter die Eremitage in St. Petersburg sowie Museen in London, New York, Chicago, Washington oder Paris und anderen europäischen Städten. Über die Kosten der Ausstellung sagt Hollein: „Sie war nicht unkostspielig“ und hebt die Commerzbank-Stiftung als Hauptsponsor hervor.

  • Die Ausstellung ist bis zum 21. Juni zu sehen; geöffnet Di, Mi, Sa, So und Feiertage von 10 bis 19 Uhr, Do und Fr 10 bis 21. Der Eintritt kostet 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder bis zu 12 Jahre.

Mehr unter: www.staedelmuseum.de

von Sabine Ränsch

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