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Ein Duo auf der „Road to Hell“

Konzert Ein Duo auf der „Road to Hell“

Ulla Keller ist eine der bekanntesten und profiliertesten Marburger Sängerinnen. Gemeinsam mit dem Gießener Gitarristen singt sie Streetsongs. Mitreißend.

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Ein tolles Team: Ulla Keller und Frank Warnke präsentierten im TurmCafé im Spiegelslustturm ihr neues Projekt „Streetsongs“.Foto: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Während der Pause konnten die Zuhörer die Straßen Marburgs hoch oben vom Spiegelslustturm aus betrachten. Die wurden zwar nicht besungen bei der Premiere des Programms „Streetsongs“. Aber das neue Projekt der Sängerin Ulla Keller und des Gitarristen Frank Warnke mit Liedern, die von Straßen und Plätzen auf der ganzen Welt erzählen, begeisterte auch so die 50 Besucher im TurmCafé restlos. Teils klatschten sie mit, teils band Ulla Keller sie ein, um den Refrain bei „Streets of Philadelphia“ dreistimmig mitzusingen, und zu Ende war das spannende, oft auch spaßige und äußerst hörenswerte Konzert erst nach drei Zugaben, darunter „Road to Hell“ und „Route 66“, und jeder Menge jubelndem Beifall.

Spannend war nicht nur die Frage, welche Stücke die beiden in ihr Programm aufgenommen hatten, sondern vor allem auch, was sie daraus gemacht haben. Sehr jazzig kam ihre Version von „On Broadway“ daher, mit einem langen Soloteil von Frank Warnke auf der E-Gitarre, der mit seinen virtuosen Fähigkeiten auch einen Abend allein bestreiten könnte. Und nicht nur er, auch Ulla Keller benutzte ein Loop-Gerät, um mit sich selbst im Duett singen zu können. Allerdings hatte sie noch nicht so viel Übung darin und vergessen, zuvor Aufgenommenes zu löschen. Das machte nichts: Beide nahmen es mit Humor und die Zuhörer lachten mit ihnen, wie noch öfter an diesem Abend - dank der sympathisch-lockeren Moderation der Sängerin.

Es folgten eine Hard ‘n‘ Heavy-Version von Gerry Raffertys „Baker Street“, „Waterloo Sunset“ von den Kinks mit einem Glockenspiel und eine sehr gefühlvolle Interpretation von Elvis Presleys „In the Ghetto“.

„Wir schrecken vor nichts zurück“, meinte Ulla Keller, ließ sich ihr Cello reichen, griff in die Seiten und röhrte den AC/DC-Song „Highway to Hell“ bis zum furiosen Finale inklusive Luftsprung beider Musiker.

Im zweiten Teil kam das Cello nochmals, allerdings gestrichen, bei „Where the streets ­have no name“ zum Einsatz, und Frank Warnke wechselte zwischendurch auch mal von der E-Gitarre zum Cavaquinho.

Mit einem Stück, das die Fähigkeiten der beiden Musiker besonders unterstrich, überraschten sie ihr Publikum. Dieses lachte zunächst, als Ulla Keller plötzlich „Auf der Straße nach San Fernando“ sang und klar wurde, dass da tatsächlich der alte, musikalisch eher anspruchslose Schlager „Mendocino“ von Michael Holm erklang. Allerdings hatte ihn Frank Warnke reanimiert und die Zuhörer lauschten erstaunt, als deutlich wurde, dass eine wunderbare, soulig angehauchte Popballade daraus geworden war.

von Manfred Schubert

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