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Ein Don Juan hat Stress

Waggonhalle: „Vorspiel 39“ spielt „Boeing Boeing“ Ein Don Juan hat Stress

Mit „Boeing, Boeing – 
Die Mutter aller Komödien“ hat die Theatergruppe „Vorspiel 39“ 
ein Stück auf die Bühne gebracht, das amüsant 
ist – aber auch ziemlich vorhersehbar.

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Liebe nach Plan: Bernard (Herbert Helmbrecht) und Miss Janet (Nina Schnautz) in Aktion.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Die Geschichte der französischen Boulevardkomödie „Boeing, Boeing“ von Marc Camoletti, die am Mittwoch vor 120 Gästen in der Waggonhalle Premiere feierte, ist schnell erzählt: Der smarte Galerist Bernard wohnt in einem schicken Appartment in Paris, er führt ein Leben auf der Überholspur, und er liebt die Frauen.

Er liebt sie so sehr, dass er sich nicht für eine entscheiden kann. Also hat er gleich drei Geliebte: eine Amerikanerin, eine Französin und eine Schweizerin. Zum Glück sind die drei Stewardessen und fliegen zu ganz unterschiedlichen Zeiten. Eine von ihnen ist immer in der Luft, und so kann Bernard dank eines ausgeklügelten Systems alle drei beglücken, ohne dass sie voneinander wissen.

Aber es kommt, wie es kommen muss: Die Flugpläne der drei Damen werden geändert, und der Liebesplan von Bernard gerät ins Wanken. Heraus kommt ein großes Durcheinander mit allerlei Verwicklungen und Komplikationen bis zum großen Showdown.

Reibungsloser und professioneller Ablauf

Das alles kommt einem ziemlich bekannt vor, vieles hat man so oder so ähnlich schon einmal gesehen. Dass das Ganze nicht langweilig wird, liegt vor allem an dem gekonnten und engagierten Spiel der Darstellerinnen und Darsteller. Da ist zunächst Herbert Helmbrecht, der Bernard als charmanten Verführer darstellt, der jede Frau mühelos um den Finger wickelt.

Da sind Nina Schnautz, Lisa Immel und Kathrin Franz, die die drei Stewardessen als blind verliebte und heiratswütige Frauen spielen. Und da ist schließlich Ingrid Feike in der Rolle der Haushälterin Berthe, die als wankelmütige Moralistin auftritt, aber selbst den Männern nicht abgeneigt ist. Für ihr urkomisches Spiel bekommt sie Szenenapplaus.

Hinzu kommen einige gute Spielideen und ein reibungsloser und professioneller Ablauf (Regie: Svenja Herzog). Witzig ist schon der Auftritt der Stewardessen ganz zu Anfang, in dem die Jetset-Welt und die Routine der Flugbegleiterinnen aufs Korn genommen wird. Gut gelingt auch die Szene, in der die Haushälterin Berthe, die unbedingt mit „Fräulein“ angesprochen werden will, dem ahnungslosen Freund Robert (Norbert Rechlin) auf die Pelle rückt.

Stimmig sind auch das Bühnenbild, das eine elegante Suite mit allem Drum und Dran zeigt, sowie die Kostüme, etwa die bunten Uniformen der drei Stewardessen oder die schicken Anzüge der beiden Hauptdarsteller. „Vorspiel 39“ ist eine freie Theatergruppe aus Marburg. Zuletzt zeigte das Ensemble Hitchcocks „39 Stufen“.

  • Eine weitere Vorstellung von „Boeing, Boeing“ gibt es diesen Samstag um 20 Uhr in der Waggonhalle, sowie am 26. November im Musik- und Kulturhaus Niederwalgern.

von Bettina Preussner

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