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Ein Blumenstrauß der Gefühle für den Fürstensaal

Schlosskonzerte mit Karola Pavone und Martin Schmidt Ein Blumenstrauß der Gefühle für den Fürstensaal

Witzig, energisch, süß, aber auch mal verträumt oder sehnsuchtsvoll – das komplette Italienische Liederbuch von Hugo Wolf entpuppte sich bei den Marburger Schlosskonzerten am Samstagabend als Blumenstrauß der Gefühle. Die Sopranistin Karola Pavone und der hohe Bariton Martin Schmidt, begleitet von Deborah Rawlings am Klavier, hatten hörbar Spaß daran, die verschiedenen Empfindungen auszuleben.

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Die italienische Sopranistin Karola Pavone und der deutsche Bari­ton Martin Schmidt sangen im Fürstensaal.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Schon bei der Begrüßung kündigte die Italienerin Pavone „46 Miniatur-Opern“ an, die abwechselnd von Pavone und Schmidt gesungen wurden. Damit hatte sie recht. Das Lied „Mein Liebster ist so klein“ etwa interpretierte Karola Pavone theatralisch. Sie verlieh dem humorvollen Text allein mit ihrem Gesichtsausdruck eine extra Portion Satire. Ruhig und gefühlvoll begeisterte hingegen Martin Schmidt bei „Sterb’ ich“, das Deborah Rawling behutsam begleitete.

Die neuseeländische Pianistin blieb die meiste Zeit des Abends im Hintergrund. Dabei bewies sie ein feines Gespür für den jeweiligen Charakter der Lieder. Die drei Künstler hatten für den Abend eine eigene thematische Anordnung der Lieder ausgewählt. Eine feste Reihenfolge sieht Wolfs Sammlung nicht vor. Das Publikum sollte sich auf die Musik und die Künstler konzentrieren, daher lag dem Programmheft kein gedruckter Text bei.

Pavone: "Man sieht gleich die Reaktionen"

Dies erschwerte es jedoch, dem roten Faden zu folgen. Nur 60 Zuhörer kamen zum Konzert in den Fürstensaal – da sind die Organisatoren der Schlosskonzerte diese Saison bisher weit besseres gewohnt. Unterhaltsam war der Liederabend allemal, allerdings auch etwas anstrengend. Die Künstler freuten sich über das aufmerksame Publikum im Fürstensaal.

„Man sieht gleich die Reaktionen“, freute sich Karola Pavone, die auch von der Akustik des Fürstensaales begeistert war. „Ich finde es gut, wenn es einen kleinen Hall gibt und nicht so trocken klingt“, so die Sopranistin. Der „Klang“ des Fürstensaals betonte die schönen Stimmen von Karola Pavone und Martin Schmidt, die beide sehr textverständlich sangen. Schmidt begeisterte mit seinem kräftigen hohen Bariton viele Zuhörer – und natürlich auch mit seinem Charme.

Auch Pavone beeindruckte mit ihrer warmen Sopranstimme, mit der sie beim abschließenden „Ich hab in Penna“ noch einmal ihr Können unter Beweis stellte. Das Publikum bedankte sich mit langem Applaus und wurde mit zwei Zugaben belohnt: Das Anfangs-Lied „Auch kleine Dinge“, gesungen von Karola Pavone. Martin Schmidt sang erneut „Nicht länger kann ich singen“, deutete auf seine Uhr und wies so auf das Ende hin.

von Mareike Bader

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