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Ehrung für Edward Lachman am Samstag

15. Marburger Kamerapreis Ehrung für Edward Lachman am Samstag

Edward Lachman erhält am Samstag, 7. März, um 20 Uhr in der Aula der ­Alten Universität den 15. Marburger Kamerapreis. Am Donnerstag wird im Rathaus eine Fotoausstellung von ihm eröffnet.

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Das Foto zeigt den Kameramann Edward Lachman am Set des Films „Erin Brockovic“, der im Jahr 2000 in die Kinos kam und ein internationaler Erfolg wurde.

Quelle: Privatfoto

Marburg. Das Wochenende steht ganz im Zeichen des Marburger Kamerapreises 2015: Der mit 5000 Euro dotierte Preis geht an den US-Amerikaner Edward Lachman. Vergeben wird er gemeinsam von der Philipps-Universität und der Universitätsstadt Marburg.

„Wenn man den europäischen Film mit seinen Autoren und erkennbaren Handschriften und das US-amerikanische Kino mit seiner handwerklichen Präzision und kommerziellen Ansprüchen als zwei Pole eines Kontinuums betrachtet, so ist die Kameraarbeit von Edward Lachman die perfekte Brücke zwischen diesen beiden (vermeintlichen) Gegensätzen“, heißt es in der Begründung der Jury.

50 Filme in 37 Jahren

Tatsächlich hat der 1949 in New Jersey geborene Kameramann regelmäßig auf beiden Seiten des Atlantiks gearbeitet: Er zeichnete für die Bilder in sehr unterschiedlichen Filmen verantwortlich: „Der amerikanische Freund“ von Wim Wenders (1977), Susan Seidelmans Komödie „Susan ... verzweifelt gesucht“ mit dem Weltstar Madonna (1985), Sofia Coppolas irritierenden Film „The Virgin ­Suicides“ (1999), Stephen Soderburghs Hollywood-Blockbuster „Erin Brocko­vich“ mit Julia Roberts in der Titelrolle (2000) und „Dem Himmel so fern“ von Todd Haynes (2002). Lachmans Kameraarbeit für diesen Film wurde mit zahlreichen Kamerapreisen und einer Oscar-Nominierung gewürdigt.

50 Filme hat Edward Lachman zwischen 1976 und 2013 gedreht: Zu Beginn hat er mit Regisseuren des Neuen Deutschen Films wie Werner Herzog, Wim Wenders oder Volker Schlöndorff zusammengearbeitet, später zunehmend in den USA mit Regisseuren wie Robert Altman, Dennis Hopper, Sofia Coppola oder Steven Soderbergh. Lachman hat sich also nie festgelegt auf den europäisch geprägten Autorenfilm oder auf Hollywoods Produzentenformat. Er hat Dokumentationen gemacht ebenso wie Independent-Filme oder große Hollywood-Produktionen. Geprägt hat ihn aber Europa: Lachman hat einmal das europäische Kino als seine Geburtsstunde als Kameramann bezeichnet.

Prestigeträchtige Preise für Lachman

Seine letzten Filme hat der US-Amerikaner wieder in Europa gedreht: Gemeinsam mit dem ebenfalls mit dem Marburger Kamerapreis ausgezeichneten Kollegen arbeitete er mit dem Regisseur Ulrich Seidel an dessen kontrovers diskutierter „Paradies“-Trilogie.

Lachman hat zahlreiche bedeutende Preise erhalten: alle großen Kritikerpreise der USA, einen Sonderpreis bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig und den Independent Spirit Award. Nominiert wurde er für den Oscar und den international renommierten Preis, der 1919 in Hollywood gegründeten American Society of Cinematographers.

Und nun bekommt er den noch jungen, 2000 von dem Marburger Medienwissenschaftler Professor Karl Prümm initiierten Marburger Kamerapreis. Auch der hat in wenigen Jahren durch eine außerordentlich geschickte Auswahl der Preisträger ein überregionales Renommee gewonnen: Der erste Marburger Kamerapreis ging 2001 an Raoul Coutard, einen der Wegbereiter der französischen Nouvelle Vague und Vorbild für zahlreiche Kollegen.

Das Programm

Eingebettet ist die Preisverleihung am Samstagabend um 20 Uhr in die 17. Bild-Kunst Kameragespräche, die am Freitag und Samstag im Filmkunsttheater Kammer in der Oberstadt stattfinden. Zu sehen sind ausgewählte Produktionen von Edward Lachman. Dazu gibt es am Donnerstag um 17.30 Uhr sowie am Samstag nach der Filmvorführung ab 10 Uhr sowie um 16.30 Uhr Werkstattgespräche mit Edward Lachman – unter anderem mit dem Frankfurter Filmkritiker Daniel Kothenschulte, der auch die Laudatio halten wird. Die Werkstattgespräche sind in englischer Sprache.

Edward Lachman ist zudem auch als Fotograf tätig: Gemeinsam mit Kulturdezernentin Dr. Kerstin Weinbach wird der Preisträger am Donnerstag, 5. März, um 18 Uhr im Marburger Rathaus seine Fotoausstellung „In Between“ eröffnen. Zu sehen sind unter anderem Polaroids, die der Kameramann am Filmset aufgenommen hat – eigentlich, um Belichtung und Kontrast zu testen.

Entstanden sind dabei intime Porträts von Hollywood-Stars wie River Phoenix, Heath Ledger oder Cate Blanchett. Letztere war es auch, die Lachman inspirierte, die Bilder aufzuheben. Darüber hinaus werden in der Ausstellung zum Kamerapreis Standbilder aus Filmen wie „Far from Heaven“ präsentiert.

  • Die Ausstellung ist bis zum 15. März zu sehen, geöffnet täglich von 11 bis 17 Uhr. Alle Veranstaltungen sind öffentlich.

von Uwe Badouin

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