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Egerländer begeistern 1000 Fans

Jubiläumstournee Egerländer begeistern 1000 Fans

Beim Jubiläumskonzert der Egerländer Musikanten am Sonntag werden für Zuhörer Erinnerungen wach. Auch wird klar: Der verstorbene Gründer Ernst Mosch prägt das Orchester noch immer.

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Ausschließlich professionelle Musiker spielen in dem von Ernst Hutter geleiteten Orchester „Die Egerländer Musikanten“.

Quelle: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Der Mann mit dem Flügelhorn ganz vorne auf der Bühne weiß: Der Anspruch seines Publikums könnte größer kaum sein. Hinter ihm sitzt das selbsternannte „erfolgreichste Blasorchester der Welt“. Und er selbst hat immerhin gesagt, er wolle bloße warme Luft mit seinem Instrument in Emotionen umwandeln.

Nach fast drei Stunden aber scheint dieses Versprechen eindrucksvoll erfüllt. Die Menge erhebt sich, fordert Zugaben und wirkt mitgerissen von der Musik des Orchesters. „Unsere Gäste haben große Erwartungen mitgebracht und am Ende große Begeisterung gezeigt“, resümiert Ernst Hutter, eben jener Mann mit dem Flügelhorn, noch unter dem Eindruck des Schlussapplauses.

Etwas mehr als 1000 Zuhörer sind an diesem Sonntagabend zum Auftritt der Egerländer Musikanten erschienen. Was die Besucherzahl anbetrifft, sei es eines der erfolgreichsten Konzerte in der Stadthalle überhaupt, teilt der Gemündener Veranstalter Depro Concert mit. Die flexible Wand zum kleinen Saal ist zurückgezogen, bis in die letzte Reihe verteilen sich die Gäste.

Musik weckt Erinnerungen

Viele von ihnen sind Fans der ersten Stunde, also genau genommen vom 12. April 1956 an, als sich die Egerländer Musikanten gründeten. Von den damaligen Mitgliedern ist heute keins mehr im Orchester dabei. Umso erstaunlicher ist, dass sich das Publikum nach 60 Jahren immer noch mit dem Orchester identifiziert. Doch woran liegt das?

„Mit der Musik verbinde ich viele Erinnerungen“, erklärt Zuhörer Horst Hosak, der lange in Stadtallendorf gelebt hat. „Wenn mal ein Lied der Egerländer im Radio kam, dann habe ich richtig aufgedreht.“ Der 75-Jährige kennt viele berühmte Stücke der Egerländer Musikanten noch heute auswendig. So wippt er mit bei der Fuchsgraben-Polka oder dem Lied „Rauschende Birken“.

Und als das vermutlich berühmteste Stück des Ensembles, der Klassiker „Auf der Vogelwiese“ ertönt, singen Hosak und die meisten Zuhörer laut mit. „Der feine Sound der Musik gefällt mir. Es sind viele weiche, rhythmische Klänge dabei.“

Die Egerländer Musikanten unternehmen eine Reise durch ihre glanzvolle Vergangenheit. Drei Generationen von Instrumentalisten haben das Orchester geprägt. Seit 2003 wird es von Ernst Hutter geleitet, einem Meister am Flügelhorn. Unter seiner Leitung zeigen die Musiker ein harmonisches Zusammenspiel – noch eher sanft im Stück „Böhmisches Gold“, deutlich stimmungsvoller beim „Astronautenmarsch“. Volksmusik in all ihren Facetten.

Musiker will sich Technik abschauen

Immer wieder fällt auf der Bühne der Name von Ernst Mosch, des verstorbenen Gründers des Orchesters, der in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden wäre. Sein musikalischer Geist scheint Hutter und Co. aber immer noch zu begleiten – das Konzert ist auch eine Hommage an Mosch. „Er war mit sehr viel Herz und Professionalität dabei“, erklärt der heutige Leiter, „und diese Einstellung leben wir mit unserer Persönlichkeit weiter.“

Heike Vaupel aus Rauschenberg kennt Mosch noch aus dessen Blütezeit. Über ihren Vater entstand bei ihr schon im Kindheitsalter eine Verbindung zur Blasmusik. „Es ist schön, mal wieder etwas von früher zu hören“, sagt sie am Rande des Konzerts.

Heinrich von Haugwitz aus Langenstein, ebenfalls begeisterter Gast, hat derweil noch eine andere Motivation zum gespannten Zuhören. Er selbst spielt in einigen Blaskapellen und Orchestern und will sich von den Besten etwas abschauen. „Gerade die Technik ist klasse. Es ist toll, so etwas live zu hören.“

von Yanik Schick

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