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Echter Blues von echten Profis

„Kultur im Turm“ Echter Blues von echten Profis

Es hat schon etwas ganz Eigenartiges an sich, wenn in einem mitteleuropäischen Wald Blues-Klänge wie aus dem fernen Tennessee erklingen. Genau das konnte erleben, wer die Bühne am Kaiser-Wilhelm-Turm besuchte.

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Frank Boestfleisch am Schlagzeug begleitete Marc Breitfelder bei einem langen Mundharmonika-Solo.

Quelle: Marcus Hergenhan

Marburg. Denn dort waren die Blues-Profis Marc Breitfelder und Georg Schroeter zu Gast. Veranstalter Lutz Götzfried vom Verein Mobilo, der seit zehn Jahren das Café betreibt, war sichtlich zufrieden: „Wir haben gut über 150 Leute hier und das Wetter ist natürlich hervorragend!“

In der Tat hatten die kühle Waldluft und die höhenbedingte Brise dafür gesorgt, dass die Hitze angenehm gedämpft wurde. Die beiden Blues-Musiker mit ihrem neuen Schlagzeuger Frank Boestfleisch können mit 28 Jahren Erfahrung im Musikgeschäft aufwarten, seit etwa 20 Jahren sind sie Profis – und das mit großem Erfolg.

Im Jahr 2010 qualifizierten sie sich für die „Blues Challenge“ in Memphis Tennessee und im Folgejahr brachten sie schließlich fertig, was bislang kaum vorstellbar war: Sie wurden die ersten europäischen Sieger dieses weltgrößten Blues-Wettbewerbs.

Musiker aus Leidenschaft

„Wir waren echt vollkommen überrascht, eigentlich wollten wir nur nochmal da hin, um mit Gleichgesinnten Spaß zu haben, allein dass wir uns zweimal qualifiziert hatten, war schon der Hammer. Als wir es dann wirklich geschafft haben, noch vor die vielen großen amerikanischen Künstler zu kommen, das konnten wir kaum fassen,“ erzählte Georg Schroeter. Eine Besonderheit der „Blues Challenge“: Der Gewinner ist für fünf Jahre gesperrt, damit es auch sicher abwechslungsreich bleibt.

Solche strengen Vorgaben gibt es bei „Kultur im Turm“ zum Glück nicht, weshalb die beiden Musiker aus Leidenschaft bereits zum vierten Mal auf dem Gelände des Cafés im Turm spielten. Besonders eindrucksvoll waren die langen Solos von Mundharmonikaspieler Marc Breitfelder, der sich ausdauernd für die Gäste ins Zeug legte.

Für Sänger und Pianist Schroeter ist allerdings klar: „Leider merken wir natürlich auch, dass die jüngeren Generationen handgemachte Musik nicht mehr zu schätzen wissen. Deswegen geben viele junge Bands dieser Stilrichtung heutzutage recht früh wieder auf. Wir sind daher froh, dass wir so viele treue Fans haben, die sich für den Blues noch begeistern können.“

von Marcus Hergenhan

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