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Dramatische Szenen, kraftvoller Gesang

Marburger Konzertchor Dramatische Szenen, kraftvoller Gesang

Mendelssohns „Elias“ zählt zu den beliebtesten Werken der Chormusik. Der Marburger Konzertchor führte das wuchtige Oratorium am Montagabend auf. Es wurde ein fesselnder und ergreifender Konzertabend.

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Wechselbad der Gefühle: Der Marburger Konzertchor gestaltete Felix Mendelssohns „Elias“ als eindrucksvolles Drama. Begleitet wurde er von dem polnischen Orchester Sinfonia Silesia aus Kattowitz.Foto: Florian Gaertner

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. Der Marburger Konzertchor überzeugte von Beginn an durch Geschlossenheit und Frische, durch Transparenz und sichere Intonation. Er sang mit viel Engagement und Einfühlungsvermögen, auch der Text war durchweg gut verständlich.

Das Oratorium „Elias“ erzählt die alttestamentarische Geschichte des Propheten Elias in kraftvollen Bildern. Es lebt von den emotionalen Szenen, streckenweise trägt das Werk geradezu opernhafte Züge. Diese zwingende Dramatik arbeitete der Chor unter der Leitung von Professor Siegfried Heinrich sehr gut heraus.

Bereits der gewaltige Anfangschor im Fortissimo, in dem das Volk Israel um Regen bittet, ging unter die Haut.

Hochdramatisch gelang dann die Passage, in der das Volk mit der Härte des Alten Testaments den Tod der Heiden forderte. Gewaltiger Jubel brauste auf, als Gott nach langer Dürre endlich den ersehnten Regen schickte, und mit der Erscheinung Gottes erreichte das biblische Drama seinen Höhepunkt: Da fiel Feuer vom Himmel, die Berge zerrissen, das Meer zischte und die Erde bebte.

Aber auch die zarten, sanften Passagen gelangen dem Marburger Konzertchor sehr eindringlich: Zu Herzen ging das doppelchörig gesungene „Denn er hat seinen Engeln befohlen“. Auch in dem ruhigen Terzett „Hebe deine Augen auf“ und schließlich dem lieblichen „Siehe der Hüter Israels“ stellte der Chor sein Können unter Beweis.

Begleitet wurde der Konzertchor von dem polnischen Orchester Sinfonia Silesia aus Kattowitz. Das Ensemble begeisterte mit sehr harmonischem Zusammenspiel und zauberte einen weichen, ebenmäßigen Klang.

Musikalische Glanzlichter setzten auch die vier Solisten: Rund und voll war die Stimme der Altistin Anna Retczak, glockenhell und klar der Sopran von Sylvia Bleimund.

Auch die Männer konnten überzeugen, allen voran der Bass Johannes Wollrab in der Rolle des Elias. Er verstand es mit viel Empathie, die innere Zerrissenheit des Propheten darzustellen.

Auch Tenor Stephan Scherpe glänzte mit seiner klaren Stimme als Opadjah, der das Geschehen kommentierte. Schließlich ist noch der kleine Kinderchor zu erwähnen, der mit seinen hellen Stimmen die Rolle des Knaben sehr schön interpretierte.

Am Ende des fesselnden Konzertabends gab es minutenlangen, begeisterten Beifall für Chor, Orchester und Solisten.

von Bettina Preussner

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