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Don Quijote beehrt die Elisabethkirche

Theater Gegenstand Don Quijote beehrt die Elisabethkirche

Weltliteratur in der Elisabethkirche. Regisseur ­Stefan Blix holt eine der berühmtesten Roman­figuren ins Jetzt und ­Heute. „Don Quijote oder der Irre von Marburg“ heißt seine Version.

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Hubert Klinger (Mitte) spielt den Marburger Don Quijote. In dieser Szene wird er von Marburgern umringt, die seinen Ideen mit Skepsis begegnen.

Quelle: Theater Gegenstand

Marburg. 2002 organisierte das Osloer Nobelinstitut eine Wahl. Gesucht wurde der beste Roman aller Zeiten. 100 Schriftsteller nahmen teil. Ihr Urteil: Der 1605 von Miguel de Cervantes veröffentlichte und 1615 fortgesetzte Roman „Der sinnreiche Junker Don Quijote von der Mancha“ ist das „beste Buch der Welt“. Mehr geht nicht.

Der Roman machte den Autor weltberühmt. Er begründete ein neues literarisches Genre – den Roman. Er wurde sofort ein – heute sagt man – Bestseller, ausverkauft, Raubdrucke und Übersetzungen folgten. Maler, Zeichner, Dramatiker und Regisseure beschäftigten sich mit dem hageren Helden Don Quijote, seinem klapprigen Gaul Rosinante, seinem pfiffigen dicken, kleinen Diener Sancho Pansa und seiner Angebeteten Dulcinea von Toboso. Es gibt Theaterstücke, zahlreiche Musikstücke, komische und tragische Opern und Operetten und 23 (!) Verfilmungen.

Am bekanntesten von all seinen Abenteuern ist wohl der Kampf gegen die Windmühlen, die Don Quijote in seinem Ritterwahn für Riesen hält. Gegen Windmühlen kämpfen ist bis heute ein geflügeltes Wort.
Nun kommt der „Ritter von der traurigen Gestalt“ in die Elisabethkirche und zwar als „der Irre von Marburg“. Auf Rosinante muss er in der Kirche allerdings verzichten.

Sein Don Quijote ist ein Träumer, ein einsamer Kämpfer für das Schöne und Gute. Wie bei dem großen Vorbild biegt sich auch der „Irre von Marburg“ die Realität zurecht, wie es ihm gerade passt. „Don Quijote kämpft gegen das Hässliche in Marburg, seine Windmühlen sind die Stadtautobahn, der Affenfelsen, das Landratsamt“, sagt Regisseur Blix, der das Stück entwickelt und geschrieben hat.

Elisabethkirche stellt „akustische Herausforderung“ dar

Herr Pansa ist ein geplagter Mitarbeiter des Sozialamts, der versucht, ihm durchs Leben zu helfen. Und als Don dann auch noch Dulcinea, die unerreichbare Schönheit, erblickt, nimmt die Katastrophe seinen Lauf. Seit gut zwei Monaten proben Stefan Blix und Co-Regisseurin Magdalena Kaim mit den 15 Darstellern, die wechselnde Rollen übernehmen und auch als Theaterchor fungieren.

Für die Ausstattung zeichnet Daniela Vogt verantwortlich, das Bühnenbild hat Björn Fischer entwickelt, wobei natürlich die Kulisse der Elisabethkirche im Zentrum steht. Bespielt werden soll die gesamte Kirche. Es sei eine „akustische Herausforderung“, sagt Blix. Der Prolog beginnt bereits vor der Eingangstür.

Für das Marburger Theater Gegenstand ist „Don Quijote oder der Irre von Marburg“ bereits das 8. große Sommerprojekt seit 2006. Die freie Theatergruppe ist zum zweiten Mal seit dem Elisabethjahr 2007 zu Gast in Marburgs bedeutendster Kirche. „Die Kirchengemeinde ist sehr kooperativ, sie unterstützt uns toll“, sagt Inga Blix, die seit vielen Jahren bei Theater Gegenstand aktiv ist.

Unterstützt wird die freie Theatergruppe vom Mittelhessischen Kultursommer, der Stadt sowie der Sparkassenkulturstiftung und der Sparkasse Marburg-Biedenkopf. Premiere ist am Freitag, 15. Juli, um 20 Uhr in der Elisabethkirche. Weitere Aufführungen sind am 16., 19., 20., 21. 22. und 23. Juli.

  • Karten gibt es bei allen bekannten Vorverkaufsstellen wie der Marburger Touristik Information, der Kneipe Rotkehlchen sowie weiteren Vorverkaufsstellen mit Adticket und online über Reservix oder die Internetseite theater-gegenstand.de.

von Uwe Badouin

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