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Stoff zum Nachdenken

Documenta 14 beginnt in Athen Stoff zum Nachdenken

Das Auftaktprogramm der Documenta 14 in Athen steht. Performances, Tanz und Musik sollen die ­Besucher anlocken – so 
manche Ankündigung ist rätselhaft.

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und Genießen

In Kassel begannen die Bauarbeiten für ein documenta-Großprojekt: Die argentinische Künstlerin Marta Minujín will auf dem Friedrichsplatz den Parthenon aus Büchern errichten, die verboten ­waren und heute wieder gedruckt werden oder immer noch verboten sind.

Quelle: Swen Pförtner

Athen. Es ist der Anspruch der Documenta, nie Dagewesenes zu zeigen. Entsprechend spannend liest sich das Programm der Auftaktwoche in Athen, das die Verantwortlichen am Montag bekanntgaben. Von Oper über Radioprogramm bis hin zur Bootsfahrt ist alles dabei, wenn die Documenta 14 am Samstag, 8. April, in Athen startet. An fast 50 Ausstellungsorten werden die Werke und Performances der 160 teilnehmenden Künstler zu sehen sein. In Kassel eröffnet die internationale Kunstschau dann am 10. Juni.

Bei vielen Events in der griechischen Hauptstadt lässt sich bislang nur rätseln, was sich dahinter verbergen könnte – etwa bei der Performance „European Everything“ des norwegischen Künstlers Joar Nango. Andere Veranstaltungen wiederum beeindrucken mit ihrem Ort: So sind die Performances des Berliner Künstlerduos Prinz Gholam an den Säulen des Zeustempels mitten im Stadtzentrum geplant sowie auf dem antiken Marktplatz unterhalb der Akropolis.

Auch manche Titel sollen wohl neugierig machen. So heißt etwa die Performance der argentinischen Künstlerin Marta Minujín „Payment of Greek Debt to Germany with Olives and Art“, übersetzt etwa „Bezahlung griechischer Schulden an Deutschland mit Oliven und Kunst“. Außerdem gibt es noch Tanzperformances im Archäologischen Museum oder gemeinsames Essen bei der Veranstaltung „Food for Thought“ („Stoff zum Nachdenken“) vor dem Athener Rathaus.

„Größte und wichtigste Ausstellung der Welt“

Die Documenta findet erstmals in ihrer Geschichte in zwei Städten statt. Im Abstand von fünf Jahren fasst sie nicht nur aktuelle Tendenzen moderner Kunst zusammen, sondern ist auch Ort für neue Ausstellungskonzepte. Alle fünf Jahre pilgern Hunderttausende zur Documenta. 2017 könnte mit der Verdoppelung des Ausstellungsortes – 100 Tage Athen und 100 Tage Kassel – die Millionen-Marke geknackt werden. Was ist das Geheimnis der Super-Schau? Drei Expertinnen versuchen sich an einer ­Erklärung.

„Ein wichtiger Punkt ist, dass die Documenta nur alle fünf Jahre stattfindet“, sagte die Kunstsoziologin Dagmar Danko kürzlich im dpa-Interview. Für Kunstinteressierte sei die Documenta „wie eine Mekka-Fahrt“.

Auch für Galeristen ist die ­Documenta „ein Pflichttermin“, sagt Birgit Maria Sturm, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Deutscher Galerien und Kunsthändler. Für Besucher biete die Documenta „einen Blick in die zeitgenössische künstlerische Produktion“. Für Künstler sei die Teilnahme „eine Auszeichnung und Ehre:­ Eine Teilnahme bedeutet einen enormen Karriereschub“. Die Kommunikationsstrategie der Documenta, im Vorfeld so wenig Konkretes wie möglich zu sagen, findet Sturm anstrengend.

Museumsdirektorin Susanne­ Gaensheimer saß in der Findungskommission, die Adam Szymczyk zum künstlerischen Leiter wählte. Seine Idee, die Documenta gleichberechtigt in Kassel und Athen stattfinden zu lassen, findet sie „absolut überzeugend“. Athen sei genau der richtige Ort für eine global orientierte Ausstellung, die den Anspruch habe, „die Gegenwart in Europa und der Welt kritisch widerzuspiegeln“.

Gaensheimer hat schon zwei Mal den deutschen Pavillon bei der Biennale in Venedig verantwortet. Im „Superkunstjahr“ 2017 fallen beide Ausstellungs-Großereignisse – die zweijährige Biennale und die fünfjährige Documenta – ins selbe Kalenderjahr. Für die Museumsdirektorin ist aber klar: „Die Documenta ist die größte und wichtigste Ausstellung der Welt. Das wird auch nicht mehr diskutiert. Das ist einfach so.“

von unserer Agentur

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