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Schriftsteller kehrt zurück ins Lieblingscafé

Lesung: David Seuthe Schriftsteller kehrt zurück ins Lieblingscafé

Eine Bootsfahrt auf der Lahn, ein Bummel durch Marburg und ein Besuch bei Klingelhöfer – das ist ein klassisches Touristen-Programm. All das kommt auch im Roman „Frankfurt verboten“ vor.

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Das Café Klingelhöfer hat David Seuthe (rechts) während seines Studiums oft besucht. Es spielt eine Rolle in seinem Roman über eine von den Nazis verfolgte jüdische Pianistin.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. In der vergangenen Woche war der Autor Dieter David Seuthe vor.zu einer Lesung an einem der Schauplätze seines Romans, nämlich im Café Klingelhöfer.

Das kennt Seuthe bestens aus seiner eigenen Vergangenheit: Der 66-Jährige hat während seines Studiums im Südviertel gewohnt und kam jede Woche, um Kuchen zu essen und Zeitung zu lesen ins Café in der Haspelstraße. Sein Roman um die jüdische Pianistin Elise spielt hauptsächlich in Frankfurt und später auch in Christchurch in Neuseeland. Und zwischendurch verschlägt es Elise ins Marburger Land, wo sie eine Zeit im Schloss Rauischholzhausen verbringt.

Das Nazi-Regime belegt die ­talentierte junge Musikerin mit einem Auftrittsverbot und später verliert Elise nicht nur ihre Karriere, sondern auch ihre große Liebe.
Die Biografie und die Ereignisse sind fiktiv, dennoch hat Autor Dieter David Seuthe, der in seinem eigentlichen Beruf als Psychotherapeut eine Klinik für Suchtkranke leitet, jahrelang für seinen Roman recherchiert.

Veranstalterin überrascht über guten Besuch

Er selbst hat lange Zeit in Neuseeland gelebt und dorthin lässt er Elise im Buch dann auch fliehen. Als Therapeut erhelle er innere Triebfedern für äußere­ Handlungen, so Seuthe. Das prägt ihn auch als Autor. Um die Musik lebendig werden zu lassen, die in „Frankfurt verboten“ eine zentrale Rolle spielt, hatte­ er Aufzeichnungen von zwei Klavierstücken mitgebracht.

Zur Lesung in Marburg kamen rund 50 Gäste – viel mehr, als sie erwartet hätten, gestand Ulrike Klingelhöfer. Sie hatte das Buch von ihrer Tochter geschenkt bekommen, nachdem es im vergangenen Jahr bereits im Mittelpunkt des Lesefestes „Frankfurt liest ein Buch“ gestanden hatte.

Und natürlich gab es auch etwas zu genießen: Annette Klingelhöfer, frischgebackene Schokoladen-Sommelière, stellte den Gästen ihre neue Schokoladenkreation vor.

von Nadja Schwarzwäller

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