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Männer bestimmen, was komisch ist

„Made.Festival“ Männer bestimmen, was komisch ist

Können Frauen Witze erzählen? Können sie überhaupt irgendwas? Um diese Frage drehte sich am Mittwochabend in der Waggonhalle das Theaterstück „Dieser Witz trägt einen Bart“.

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Mit dem Stück „Dieser Witz trägt einen Bart“ wurde das „Made.Festival“ eröffnet.

Quelle: Lipp

Marburg. Mit dem Stück von Susanne Zaun und Marion Schneider aus dem Frankfurter Mousonturm startete das „Made.Festival“ in Marburg, bei dem bis Samstag sechs ausgewählte Produktionen der freien Theaterszene Hessens präsentiert werden.

Es wurde ein recht kurzweiliger Abend über die männliche Perspektive im Witz, auch wenn sich Judith Altmeyers Eingangsmonolog ein wenig in die Länge zog. Das Prinzip des Abends deutete sich schnell an: Um das eigentliche Thema Witze wurde herum geredet, und das mit Methode. So richtig in Fahrt kam das Stück, als Ekaterine Giorgadze, Katharina Runte, Katharina Speckmann und Isabelle Zinsmaier dazu stießen. Die Schauspielerinnen sprachen, bewegten und tanzten den ganzen Abend hindurch synchron. Das gab dem Stück eine sehr künstliche, aber auch sehr witzige Note.

Running Gag war der typische Witzeinstieg „Kommt ein Mann in ’ne Bar“. Bald wurde der angebrochene Witz in alle Richtungen weitergesponnen, das Ganze kippte immer mehr ins Absurde. Von Zeit zu Zeit spazierten die Darstellerinnen auch noch ins Publikum, schüttelten Hände und fragten: „Schöne Zähne, gibt es die auch in Weiß?“

Zumindest tanzen und spielen können Frauen

Es folgten seltsame Blondinenwitze, Behindertenwitze, schmutzige Witze, Altherrenwitze – alles drehte sich in einem großen Strudel und endete in einem abstrusen Sprachchaos. Klar wurde nebenbei: Vor allem Männer bestimmen, was komisch ist und was nicht. Am Schluss schlüpften die fünf Frauen in große gelbe Bananenkostüme mit angenähten Riesen-Penissen und führten einen skurrilen Tanz auf.

Im Raum stand bis zuletzt die Frage: „Können Frauen Witze erzählen?“ Das blieb völlig offen, aber eines stand ganz sicher fest: Sie können toll tanzen und spielen. Die rund 40 Zuschauer hatten jedenfalls ihren Spaß und bedankten sich mit viel Applaus bei den Künstlerinnen.

  • Von 10 bis 13 Uhr ist in der Sparkassenzentrale die Installation „Wohlstand“ zu erleben. Um 16 Uhr stellt Henning Fülle 
im G-Werk sein Buch „Freies Theater“ vor (mit Podiumsdiskussion). Um 20 Uhr ist im G-Werk die Lecture Performance „Schädel X“ zu sehen.

von Bettina Preussner

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