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Die schrägsten Super-Helden des Alls

Neu im Kino: Guardian of the Galaxy Die schrägsten Super-Helden des Alls

Spider-Man, X-Men, Captain America - Hollywood ist im Superhelden-Fieber. Mit „Guardians of the Galaxy“ gibt es nun etwas Neues: chaotische Helden im Weltraum, die mit ihren Superkräften zum Lachen bringen.

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Fünf ziemlich schräge Typen sollen das Universum retten: Gamora (Zoe Saldana, von links) Star-Lord Peter Quill (Chris Pratt), Rocket Racoon, der Zerstörer Drax (Dave Bautista) und Groot.Foto: Walt Disney Pictures

Marburg. So stellt man sich die Beschützer der Galaxie bestimmt nicht vor. Die fünf „Guardians of the Galaxy“ sind ein kurioses Team von Außenseitern: Ein schießwütiger, rotzfrecher Waschbär namens Rocket Racoon, ein einsilbiger Baumriese, der nur den Satz „Ich bin Groot“ murmelt, die grünhäutige Killer-Amazone Gamora und der tätowierte Muskelprotz Drax the Destroyer. Allen voran jettet der Abenteurer und Gesetzlose Peter Quill, der sich „Star-Lord“ nennt, in seinem Raumschiff durch das All. Am liebsten mit einem alten Kassettenspieler und großen Kopfhörern, aus denen 60er-Oldies und Pop-Hits der 70er Jahre dröhnen.

Kein Wunder, dass dieses Comicspektakel ganz anders ist, als die gewohnten Superhelden-Abenteuer aus dem Marvel-Universum. Der legendäre US-Verlag brachte Figuren wie Captain America, Hulk, Iron Man, Thor und Spider-Man hervor. Die Guardians, die 1969 erstmals im Comic-Heft erschienen, waren stets Superhelden zweiter Klasse. Mit dem Film haben sie nun ihr Schattendasein abgelegt. „Guardians of the Galaxy“ ist eine witzig-schrille Achterbahnfahrt durch eine bunte Weltraumlandschaft. Natürlich gibt es auch bombastische Explosionen und Kampfszenen, aber das 122 Minuten lange Spektakel besticht mehr durch Humor, überraschende Wendungen und kuriose Figuren.

Keiner der Stars nimmt sich richtig ernst

Das Abenteuer beginnt 1988 auf der Erde. Ein neunjähriger Junge wird nach dem Tod seiner Mutter von Aliens entführt. Einen Walkman und Kassetten mit ihren Lieblings-Songs hütet Peter Quill wie einen Schatz. 26 Jahre später braust er als selbst erklärter „Star-Lord“ durch die Galaxie. Chris Pratt gibt nach Nebenrollen in Filmen wie „Her“ eine gute Hauptfigur ab. Er ist ein Outlaw, der für seinen blauhäutigen Alien-Boss Yondu (Michael Rooker) im Universum nach brauchbarem Schrott stöbert.

Nach dem Fund einer mysteriösen Kugel, deren Energie den ganzen Kosmos zerstören könnte, wird Quill zum Gejagten. Oberbösewicht Ronan (Lee Pace) stellt ihm mit seinen Kriegern nach, um diese wertvolle Waffe in sein düsteres Reich zu holen. Auch der genmanipulierte Waschbär Rocket Racoon und sein Kumpel, der Baumriese Groot, heften sich als Kopfgeldjäger auf Quills Fersen. Killer-Frau Gamora (Zoe Saldana, „Avatar“) schlägt ebenfalls zu. Doch um die Galaxie zu retten, müssen sich die Sonderlinge gegen den finsteren Ronan verbünden. Ex-Wrestler Dave Bautista („Riddick“) stößt als rachsüchtiger Drax zu der Truppe.

Regisseur und Drehbuchautor James Gunn, der mit „Super“ (2010) eine schwarzhumorige Superheldenkomödie inszenierte, ist nun in die Riege von Hollywoods Blockbuster-Machern aufgestiegen. 170 Millionen Dollar gab der 44-Jährige für den durchgeknallten Spaß aus. Oscar-Preisträger Benicio Del Toro ist als weißhaariger Sammler von irdischen Schätzen kaum wiederzuerkennen. Glenn Close kommandiert als toughe Chefin Nova Prime eine Art Weltraum-Polizei. John C. Reilly schlüpft als Polizist in eine galaktische Uniform. Keiner der Stars nimmt sich richtig ernst.

Die „Guardians of the Galaxy“ sind eher Anti-Helden mit Herz als Super-Heroes mit tödlichen Waffen, und das macht die zweite Garde der Marvel-Figuren so liebenswert. In den USA spielten sie in gut zwei Wochen über 200 Millionen Dollar ein. Natürlich kehrt die abgefahrene Truppe zurück. James Gunn will „Galaxy 2“ im Sommer 2017 auf die Leinwand bringen. Ein Lichtblick am Fortsetzungs-Himmel.

Bei der Sneak-Preview vor zwei Wochen kam der Film glänzend an. „Spaß, Witz und viel Krawumm“, bringt es Kornelius Podranski aus Marburg auf den Punkt. Je zwei Kinokarten gehen an: Michael Schneider aus Schweinsberg, Lena Bruehl aus Wetter, Niklas Holu aus Kirchhain, Chantal Strickler aus Ebsdorf und Katrin Reichel aus Marburg.

Der Film startet im Cineplex.

von Barbara Munker

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