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Die großen Sieger sind neu im Geschäft

Grammys: Justin Bieber schmollt Die großen Sieger sind neu im Geschäft

Die großen Gewinner der diesjährigen Grammys sind vor allem jung, männlich und neu im Geschäft. Und es sind viele. Die Jury habe sich nicht entscheiden können, sagen manche Kritiker.

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Strahlende Sieger: Die britische Band „Mumford & Sons“ (oben) feiert das Album des Jahres, der australische Sänger Gotye und die Neuseeländerin Kimbra freuen sich über drei Grammys.Fotos: Paul Buck

Quelle: Paul Buck

Los Angeles. Justin Timberlake feiert auch ohne Preis ein Comeback - und Justin Bieber schmollt. Die glamouröse Grammy-Gala am Sonntagabend (Ortszeit) in Los Angeles war in diesem Jahr die große Bühne für die Newcomer: Die Stars waren nicht wie in den vergangenen Jahren bekannte Pop-Diven oder millionenschwere Rapper, sondern vor allem alternativ, frisch im Geschäft und keine 30 Jahre alt. Vier Preise gingen an die US-Rockband „The Black Keys“ und ihren Frontmann Dan Auerbach und drei an den Sänger Gotye. Die britische Band „Mumford & Sons“ bekam das begehrte Grammophon für das beste Album („Babel“) und die Rocker der Indie-Band „Fun“ sowie der kalifornische R&B-Musiker Frank Ocean räumten jeweils zwei Trophäen ab.

Die Altstars, von denen viele leer ausgingen, nahmen es gelassen - und verteilten sogar begeistert Komplimente. „Die beste Grammy-Gala aller Zeiten“ sei es gewesen, jubelte Popstar Justin Timberlake. Und Sänger Prince outete sich als Fan des belgisch-australischen Sängers Gotye und dessen Ohrwurm „Somebody That I Used To Know“: „Ich liebe diesen Song!“

Dass so viele junge Künstler gerade in den wichtigsten Kategorien gewonnen hätten, sei ungewöhnlich, sagte Bill Freimuth, stellvertretender Chef der veranstaltenden Recording Academy, der „New York Times“. „Es scheint mir ein Übergangsjahr zu sein, eines, wo der Staffelstab übergeben wird.“

Die US-Medien zeigten sich dagegen gespalten angesichts der Entscheidungen von Vertretern der Plattenindustrie und Musikern. Der Grammy-Abend habe „alte Ideale“ gefeiert, urteilte die „New York Times“. „Es war keine Nacht des großen Abräumens.“ Der „Boston Globe“ befand, es sei „ein bisschen was für jeden“ dabei gewesen. „Die Grammy-Jury konnte sich dieses Jahr einfach nicht entscheiden“, schimpfte die „New York Daily News“: „Also haben sie es wie Betreuer in einem Sommercamp gemacht: Sie haben jedem einen Preis gegeben.“

Großer Gewinner - auch ohne Preis - war Justin Timberlake: Nach vier Jahren trat der Sänger erstmals wieder bei den Grammys auf und feierte ein umjubeltes Comeback. In schwarzem Anzug, mit Fliege und Haartolle sang der 32-Jährige zwei neue Songs und gestaltete seinen Auftritt im Stil der 1920er Jahre.

Der große Verlierer des Abends ließ sich dagegen gar nicht bei der Feier im Staples Center blicken: Popstar Justin Bieber war trotz zahlreicher Erfolge und riesiger Fan-Gemeinde kein einziges Mal nominiert worden und aus Trotz zu Hause geblieben. Per Live-Video wollte er eine Gegenveranstaltung starten, doch auch das klappte aufgrund technischer Probleme nicht wirklich. Und so blieb ihm an seinem schwarzen Abend nichts anderes übrig als zu schmollen und seine Fans darüber fast im Minutentakt online zu informieren. „Ich war noch nie so frustriert.“

Viele Sängerinnen erschienen in eleganten Roben - doch manche Stars gaben sich durchaus freizügig. Medienberichten zufolge hatte der US-Fernsehsender CBS eine Kleiderordnung herausgegeben, die bedeckte Brüste und wenig nackte Haut vorsah. Popstar Jennifer Lopez zeigte dennoch fast das gesamte nackte rechte Bein unter der schwarzen Robe. „Sie haben nichts zu Beinen gesagt! Ich dachte, ich sei so ein gutes Mädchen“, sagte Lopez.

von Christina Horsten

Die wichtigsten Preisträger

Album des Jahres: Mumford & Sons („Babel“)

Platte des Jahres: Gotye featuring Kimbra („Somebody That I Used To Know“)

Lied des Jahres: Fun. („We Are Young“)

Beste Newcomer: Fun.

Bestes Pop-Gesangsalbum: Kelly Clarkson („Stronger“)

Bestes Rock-Album: The Black Keys („El Camino“)

Bestes Alternative-Album: Gotye („Making Mirrors“)

Beste Solo Pop-Performance: Adele („Set Fire to the Rain“)

Beste Duo/Band-Performance: Gotye featuring Kimbra („Somebody That I Used to Know“)

Beste Rock-Performance: The Black Keys („Lonely Boy“)

Bester Autor eines Rock-Songs: Dan Auerbach/The Black Keys („Lonely Boy“)

Beste traditionelle R&B-Performance: Beyoncé („Love on Top“)

Beste R&B-Performance: Usher („Climax“)

Bestes zeitgenössisches Album: Frank Ocean („Channel Orange“)

Beste Rap-Performance: Jay-Z und Kanye West („N----- in Paris“)

Beste Rap-Gesangszusammenarbeit: Jay-Z und Kanye West featuring Frank Ocean („No Church in the Wild“)

Bester Autor eines Rap-Songs: Jay-Z und Kanye West („N----- in Paris“)

Bester Produzent: Dan Auerbach/The Black Keys

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