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Die Zuhörer feiern: „Alles geht vorbei, und wir bleiben da“

„Tonbandgerät“ stellt neues Album „Wenn das Feuerwerk landet“ vor Die Zuhörer feiern: „Alles geht vorbei, und wir bleiben da“

Samstag, 22.10 Uhr: Nachdem die Band schon längst die Bühne verlassen hat, gieren die Fans im proppenvollen KFZ nach mehr und singen den Chorus des Liedes „Alles geht“ munter weiter und halten der Band so quasi ihren eigenen Songtext vor: „Alles geht, alles geht, alles geht klar. Alles geht vorbei, und wir bleiben da!“

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Junge Hanseaten auf Tour: Die Band „Tonbandgerät“ begeisterte ihre Fans im KFZ mit Indie-Pop.

Quelle: Alex Bach

Marburg. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist der Band „Tonbandgerät“ klar, dass eine Zugabe her muss. So setzen die fünf Hamburger noch 20 Minuten oben drauf.

Warm werden mussten die Zuhörer, darunter viele jugendliche Mädchen, für das rund 90-minütige Konzert keineswegs. Bereits die Freiburger Vorband „Redensart“ brachte die Menge ordentlich auf Betriebstemperatur.

„Tonbandgerät“ legte sich danach mächtig ins Zeug. Allen voran Sänger Ole Specht, der nicht nur das Glockenspiel beherrschte, sondern sich ebenso gekonnt am Mini-Piano zu schaffen machte. Auch Berührungsängste hatte er keine. Gleich zwei Mal mischte er sich singend unter das Publikum. „Wenn Du meinst, dass es hier auf der Bühne heiß ist, dann geh mal da runter“, meinte Specht strahlend zum Schlagzeuger Jakob Sudan.

„Wahnsinn! Warum waren wir vorher noch nie in Marburg?“

Auch Tanz – im weitesten Sinne – gab es zu bestaunen. Aber ein Tänzer ist an Specht sicher nicht verloren gegangen. Etwas grobmotorisch hüpfte er auf der Bühne herum und klärte das Publikum breit grinsend auf: „Die Band hat sich in der Tanzschule kennengelernt. Wir waren diejenigen, die Standardtänze nicht auf die Reihe bekommen haben.“

Die Schwestern Isa und Sophia Poppensieke, Specht und Sudau als Schlagzeuger machen aus der Not eine Tugend, gründen eine Band und geben so höchstpersönlich den Takt vor. Ein Konzept, das im KFZ prächtig funktioniert. Seit diesem Jahr ist noch Gitarrist Marcel Rainer dabei. Ihr Indie-Pop kommt an, die Fans tanzen, was das Zeug hält.  „Wahnsinn! Warum waren wir vorher noch nie in Marburg?“, fragt sich Specht.

Die Hamburger Band transportiert in ihren Songs eine breite Palette von Emotionen. Liebe, Leid und Lust sind ebenso Themen wie Heimweh etwa in dem Stück „Ich komm jetzt heim“, den vor allem der Sound von Bassistin Isa Poppensieker ausmacht.

Überhaupt weisen einige Texte einen bemerkenswerten Fundus an Lebenserfahrung auf. Dabei sind alle Bandmitglieder erst in ihren Mittzwanzigern und sehen darüber hinaus auch noch um einiges jünger aus. Wenn Indie-Pop mal kein Jungbrunnen ist.

von Benjamin Kaiser

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