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Die Verstrickungen der Mafia

Krimifestival Die Verstrickungen der Mafia

Durch ihre Sachbücher über die Mafia ist Petra Reski bekannt geworden. Jetzt hat sie mit „Palermo Connection“ ihren ersten Krimi geschrieben, den sie am Mittwoch im TTZ vorstellte.

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Keine Angst vor der Mafia: Die Autorin Petra Reski erzählte bei der Lesung im TTZ auch von ihren Recherchen über das organisierte Verbrechen in Deutschland. Foto: Bettina Preussner

Marburg. Grünes Kleid, Lederjacke, Netzstrümpfe: die Schriftstellerin und Journalistin Petra Reski ist eine auffällige Erscheinung. Selbstbewusst trat sie ans Rednerpult und schnappte sich das Mikrofon. Mit fester Stimme begann sie, aus ihrem Kriminalroman „Palermo Connection“ zu lesen, der im September bei Hoffmann und Campe erschienen ist.

In dem Buch versucht die schöne und rebellische Staatsanwältin Serena Vitalis, in Palermo einen Spitzenpolitiker wegen seiner Kontakte zur Mafia vor Gericht zu bringen.

Sie weiß, dass sie ihr Leben riskiert, aber sie lässt nicht locker. Sie muss erleben, wie ihr großes Vorbild, ein bekannter Richter, der gegen die Mafia kämpfte, ermordet wird. Und bei ihren weiteren Ermittlungen erkennt sie, dass die Verstrickungen von Mafia und Politik viel weiter reichen als bisher gedacht. Ein deutscher Journalist, der in Sizilien nur eine tolle Story sucht, wird Teil des riskanten Spiels, und ein Polizist, den Serena für einen Verbündeten hielt, wird zur Gefahr für ihr Leben.

Der Krimi „Palermo Connec­tion“ ist detailreich und anschaulich geschrieben. Mit ihrer genauen und bildhaften Sprache lässt Petra Reski die Welt der Mafia und der unerschrockenen Ermittlerin sehr lebendig werden. Die Autorin hat beim Schreiben einen Blick für Details, drastische Schilderungen werden nicht ausgespart. Aber sie schaut auch mit einem humorvollen Blick auf die handelnden Personen.

Petra Reski, die seit vielen Jahren in Venedig lebt, hat schon einige Sachbücher über das organisierte Verbrechen veröffentlicht. Im Zuge ihrer Recherchen ist sie auch mehrfach bedroht worden. „Meine Erfahrungen waren für den Roman wesentlich“, erzählte sie nach der Lesung. „Durch das Erlebnis der Bedrohung entwickelte ich Empathie für die Staatsanwältin in meinem Roman.“

Die Drohungen seien für sie kein Grund zum Aufhören gewesen, erklärte die Autorin weiter. „Ich wollte mich nicht unterkriegen lassen und habe noch weitere Bücher zu dem Thema geschrieben.“ Besonders interessant seien für sie die Leute gewesen, die mit der Mafia zusammenarbeiten, also meist Beamte und Politiker.

Doch die Mafia ist längst kein rein italienisches Problem mehr. Auch in Deutschland sei die Mafia fast unbemerkt von der Öffentlichkeit sehr aktiv, erzählte Petra Reski weiter. Nach ihren Recherchen werden in Deutschland Gelder in Höhe von 50 Milliarden Euro gewaschen. 2010 schrieb sie ein Buch hierzu mit dem Titel „Von Kamen bis Corleone“.

Auf die Frage, wie sie mit der ständigen Gefahr umgehe, sagte die Autorin: „Manchmal war es schon schwierig. Aber irgendwann wird es einem egal.“ Und weiter: „Ich bin ein sehr positiver Mensch und habe auch viel Unterstützung bekommen.“

von Bettina Preussner

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