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Die Tarantel aus dem Vampirschuppen

„Tito & Tarantula“ spielten im KFZ Die Tarantel aus dem Vampirschuppen

Die Tarantel ist zurück auf der Bühne: „Tito & Tarantula“ gastierten im Kulturladen KFZ.

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Tito Larriva hat seine alten Gefährten aus der Band des Vampir-Kultfilms „From Dusk Till Dawn“ um sich geschart.

Quelle: Jan Bosch

Marburg. Gedämpfte rote Beleuchtung taucht den restlos ausverkauften Saal des Marburger Kulturladens in düsteres Licht. Lässig und ohne große Ansage steigt die Band auf die Bühne und startet mit lässig schlängelnden Wüstenrock. Im Titti Twister, der verruchten Vampir-Kneipe im Rodriguez/Tarantino-Kultstreifen „From Dusk Till Dawn“, begannen sie in den 90er Jahren ihre weltweite Karriere.

Auch 20 Jahre später begeistern Tito & Tarantula immer noch ihre Fans mit ihrem unverwechselbaren Sound. Wummernder Bass und staubtrockene Gitarren, daran hat sich nichts geändert. In den gut zwei Stunden beglückt die Band mit Klassikern ihres legendären Debütalbums Tarantism von 1997 und dem neuen Silberling Lost Tarantism. Auf der Scheibe sind zwölf 20 Jahre alte und verschollen geglaubte Aufnahmen, die Tito in seiner Garage gefunden hat.

Wie eh und je windet sich Frontmann Tito Larriva lässig zum schleppenden Texas-Sound, während er mit unverwechselbar rauer Stimme die neu entdeckten Lieder ins Mikro presst. Mit dabei sind seit Jahren erstmals wieder die alten Gefährten der abgerockten Vampir-Bar-Combo aus den 90ern.

Dem mächtigen Johnny Vatos Hernandez, der sich mit wippendem Irokesen-Haarschnitt und Trägerhemd zu den meist rockigen Songs am Schlagzeug verausgabt, könnte man eher einer Hardcore-Punkband zuordnen. Neben harten Rhythmen zaubert er auch sachte Besen­wirbel auf dem Schlagzeug, die den heißen Wüstenwind durch den Saal fegen lassen.

Wenn der hagere Cowboy Peter Atanasoff den Bottleneck über die Seiten legt, ist der ­Texas-Sound perfekt. Ein Hörgenuss für die Ohren, der vom begeisterten Publikum mit sattem Applaus gefeiert wird. Am Bass brilliert Larrivas Tochter Lolita Caroll mit groovend-treibenden Linien.

Das Perlen, wie After Dark oder Angry Cockroaches, funktionieren, ist klar. Aber gerade die Mischung aus alten Klassikern und neuen Stücken macht den Auftritt extrem interessant. Neue Songs, wie Damn Good Day To, bestehen aus gefühlvollen Gesangspassagen und saftigem Bluesrock. Das eher harte Gimme Respect lebt von kräftigen Gitarrenriffs und hart gespielten Drums.

Insgesamt eine tolle Nummer, die von den treuen Fans anhaltend bejubelt wird. Gut ist aber auch, dass „Tito & Tarantula“ weiterhin gute Musik produzieren und nicht nur die Welle aus den 1990ern reiten, bis sie im Sand der Wüste vertrocknet.

von Jan Bosch

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