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Die Schreibmaschine tippt zur Musik

SSO-Neujahrskonzert Die Schreibmaschine tippt zur Musik

Mit einer gelungenen ­Mischung aus Opern-Arien, Walzern und anderen kurzweiligen Stücken begeisterte das Studenten-Sinfonieorchester (SSO) wieder einmal das Publikum bei seinem ­Neujahrskonzert.

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Manfred Metzger dirigierte das Neujahrskonzert des Studenten-Sinfonieorchesters im Audimax.

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. Der Applaus am Ende des Konzerts schien nicht enden zu wollen. Wie jedes Jahr verlängerten die etwa 70 Laienmusiker unter der Leitung von Ulrich Manfred Metzger ihr buntes Programm um drei Zugaben. Und wie jedes Jahr wurden diese mit dem „Radetzky-Marsch“ von Johann Strauss (Vater) gekrönt, bei dem das Publikum wieder begeistert mitklatschte.

Durch den Abend führte dieses Jahr Sven Meier, der zweite Vorsitzende des SSO, der von seinem Platz inmitten der Cellisten aus moderierte. Für das Programm hatte das SSO wieder eine schöne Mischung aus kurzweiligen Stücken zusammengestellt, die sowohl die Erwartungen an ein Neujahrskonzert erfüllte als auch besondere Finessen bot.

Mit dem Walzer aus „Dornröschen“ und „Rosen aus dem Süden“ von Johann Strauss (Sohn) durfte das Publikum herrlich im Dreivierteltakt schwelgen, zwei Slawische Tänze von Antonín Dvorák sorgten schwungvoll für Stimmung, die sinfonische Dichtung „Finlandia“ entführte das Publikum in das Sibelius-Jahr 2015 und mit dem Bariton Jean-Luc Waeber als Gast ging es in die Opernwelt von „Don Giovanni“, auch wenn Waebers Stimme leider deutlich angeschlagen klang.

Unglückliche Platzaufteilung

Doch beim Neujahrskonzert schien der Platz für das SSO im Audimax zu klein zu sein. So mussten sich die Musiker extrem in die Breite aufstellen. Die Harfenistin Daniela Reimann saß am rechten Bühnenrand fast an der Ausgangstüre, sodass sie bei ihrem ersten Einsatz bei dem Strauss-Walzer kaum wahrnehmbar war.

Für die Streicher war die Bühne nach vorne verlängert worden, was jedoch dazu führte, dass der Raum zwischen den Musikern und den vordersten Reihen sehr eng war. Besucher, die in den ersten Reihen in den beiden äußeren Blöcken saßen, hatten hingegen nur eine eingeschränkte Sicht und sahen mehr die Rücken der Musiker als das eigentliche Geschehen. Es wäre wünschenswert gewesen, hier einige Reihen frei zu lassen.

Schlagwerker waren voll beschäftigt

Gerade der Auftritt von Jean-Luc Waeber oder die grandiose Aufführung von „The Typewriter“ Leroy Anderson konnte so nicht im vollen Umfang genossen werden. Unterhaltsam war es allemal, wie Lukas Breitstadt an einer alten, mechanischen Schreibmaschine zur Musik des Orchesters darauf lostippte, während Patrick Quoiker und Ralf Tonner vor ihm saßen und für die Geräusche des Wagenrücklaufs sorgten.

Blitzschnell verschwanden die drei am Ende des Stückes, um dann rechtzeitig für ihren Einsatz des nächsten Stückes wieder am Schlagwerk zu stehen. „Wir sind gerannt“, gab Tonner zu. Viel zu tun gab es im Schlagwerk auch beim Hauptwerk des Abends, der Suite „On the Waterfront“, die Leonard Bernstein zum gleichnamigen Film geschrieben hat. Unermüdlich wechselte Ralf Tonner während des 20-minütigen Werkes zwischen Pauken, Glockenspiel, Xylophon und Vibraphon hin und her, Quoiker und Breitstadt unterstützten ihn mit Becken und Gong.

Es war ein imposantes Werk mit einer fulminanten Besetzung, vielen harmonischen Kniffen und Stimmungswechseln mit Platz für solistische Einlagen. Zu Recht das Hauptwerk des Neujahrskonzerts.

von Mareike Bader

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