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Die Poesie des Fächers

Marie-Luise Frey stellt aus Die Poesie des Fächers

Farbige Fächer stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung mit Arbeiten von Marie-Luise Frey. Sie sind derzeit im Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart zu sehen.

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Faszinierende Form: Fächer haben es der Künstlerin Marie-Luise Frey angetan.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Ursprünglich war der Fächer ein modisches Accessoire und vor allem im 19. Jahrhundert sehr beliebt, erklärte Claudia Breinl vom Institut für Kirchenbau bei der Vernissage am Sonntag. In den Kunstwerken von Marie-Luise Frey habe sich das Leichte und Poetische des Fächers erhalten, so Breindl weiter, das Oberflächliche sei dagegen verschwunden.

„Es ist die Form des Fächers, die mich von Anfang an fasziniert hat“, betonte die Künstlerin selbst. „Ich habe die Form als Grundstruktur genommen, die ich dann immer freier gestaltet habe.“ Die Fächer von Marie-Luise Frey sind zarte Gebilde, die aus Japanpapier, Gaze oder Mull gefertigt wurden. Oft sind mehrere Textilien und Papiere übereinander geschichtet, so dass eine hautähnliche Struktur entsteht.

Meist sind die Fächer mit Acrylfarben bemalt und leuchten in kräftigen Farben. Frey hat aber auch großformatige Arbeiten in Naturfarben geschaffen, bei denen zwei Fächer einen großen Kreis bilden. Sie wirken transparent und geheimnisvoll. „Diese Kunstwerke erinnern an das Turiner Grabtuch“, bemerkte Claudia Breinl in ihrer Einführung.

„Die Kunstwerke tun der Kirche gut“

Parallel zu der Ausstellung im Institut sind in der Universitätskirche Paramente von Marie-Luise Frey zu sehen. Der Altar ist mit einem golden schimmernden Tuch umhüllt, dahinter hängt ein fließender, silberner Stoff. „Ich habe die Kirche als sehr dunkel empfunden“, sagte die Künstlerin. „Ich wollte Licht in den Raum bringen.“ Für das Kunstwerk hat sie Seidenlurex verwendet, der das Licht je nach Tageszeit ganz verschieden reflektiert.

Am Sonntagmorgen fand in der Universitätskirche ein Gottesdienst unter den Titel „Liturgy Specific Art“ statt. „Die Kunstwerke tun der Kirche gut“, sagte Professor Dr. Thomas Erne vom Institut für Kirchenbau nach dem Gottesdienst. „Sie haben etwas Leichtes und Poetisches.“

Marie-Luise Frey lebt und arbeitet in Darmstadt und Guntersblum (Rheinhessen). Sie hat eine Ausbildung zur Paramentenstickerin absolviert und danach an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg studiert. Seit 2004 ist sie Leiterin der Textilwerkstatt am Elisabethstift in Darmstadt. Sie arbeitet als freischaffende Künstlerin und gestaltet Objekte und Installationen in öffentlichen und kirchlichen Räumen.

  • Die Ausstellung im Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart ist noch bis Mitte April geöffnet (Mo-Do, 9-16 Uhr, Fr 9-13 Uhr, Alte Universität, Lahntor 3). Die Universitätskirche ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

von Bettina Preussner 

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