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Die Passion des Lichts

Johannespassion Die Passion des Lichts

Dramatisch und kraftvoll – Bachs Johannespassion überwindet Tod und Leid. Die Kurhessische Kantorei führt das große Werk zusammen mit dem Kinderchor in der Lutherischen Pfarrkirche aus.

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Kinder und Erwachsene proben gemeinsam Johann Sebastian Bachs „Johannespassion“. Am Karfreitag präsentieren sich 90 Sängerinnen und Sänger der Kurhessischen Kantorei und 30 Kinder in festlicher Konzertkleidung.

Quelle: Privatfoto

Marburg. Es wird ein großes Konzert: Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum (49) führt Karfreitag ab 19 Uhr in der Pfarrkirche mit 30 Kindern, rund 90 erwachsenen Sängerinnen und Sängern, fünf Solisten und dem Main-Barockorchester Frankfurt Johann Sebastian Bachs Johannespassion auf. Für Maibaum ist die „Johannespassion“ die Passion des Lichts: „Bachs Musik hebt die Zuhörer empor ins Licht“, sagt Maibaum. Im Gegensatz zur ergreifenden, dunkleren Matthäuspassion, die vergangenen Sonntag in der Elisabethkirche aufgeführt wurde, sei die „Johannespassion“ fröhlicher, heller. Es sei ein Werk wie ein Gemälde.

Ergänzt, eingerahmt und mit anderen Mitteln begleitet wird die Musik des großen Genies Bach von zeitgenössischer Kunst, die die Pfarrkirche in einem „völlig anderen Gewand erschienen“ lasse, betont Maibaum. So ist in der Pfarrkirche seit Beginn der Passionszeit ein Bilderzyklus des in Breidenbach lebenden Malers Harald Häuser zu sehen – „als Kontrast und Antwort auf die Musik“. Maibaum will eines der großformatigen und farbintensiven Bilder des Malers für das Konzert im Altarraum platzieren.

Denn auch die am 7. April in Leipzig uraufgeführte „Johannespassion“ sei wie ein Gemälde: Sie fordere zu bildhaften Vergleichen heraus. Die Musik sei farbig und rhythmisch – abwechslungsreich folgten relativ kurze Teile aufeinander.

Musikwissenschaftler vermuten, dass Bach den Text für seine „Johannespassion“ selbst zusammenstellte. So schob er in den Johannes-Bericht Verse aus dem Matthäusevangelium ein.

Bach veränderte bei vier Wiederaufführungen in den Jahren 1725, 1731 und 1749 den Notentext, so dass vier verschiedene Fassungen vorliegen.

Uwe Maibaum ist seit 2007 Landeskirchemusikdirektor und damit Fachvorgesetzter von 60 hauptamtlichen und 1600 nebenberuflichen Kirchenmusikern. Sein „Herzensspielplatz“ allerdings ist die große Kurhessische Kantorei, mit der er wie sein Vorgänger Martin Bartsch große Oratorien aufführt. Der Chor habe das Werk singen wollen, das Zuhörern wie Musikern und Sängern „Kraft gibt“, wie Maibaum betont.

Bachs Johannespassion wird Karfreitag, 22. April, um 19 Uhr in der Pfarrkirche aufgeführt. Um 18 Uhr beginnt im Teehäuschen ein Einführungsvortrag. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Marburger Tourismus und Marketing GmbH, Pilgrimstein 26, Telefon: 06421/9912-0

von Uwe Badouin

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