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Die Macht der Stimmen in der Nacht

A-cappella-Festival Die Macht der Stimmen in der Nacht

Einen Abend bei Nieselregen und zehn Grad unter freiem Himmel verbringen, kann das Spaß machen? Etwa 1100 Zuhörer zeigten sich vom bunten und unterhaltsamen Abend begeistert.

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„Fork“ aus Finnland zog die Zuhörer mit bombastischem Sound, Lightshow und Choreographie in den Bann ihres zumeist rockigen „Electro Vocal Circus“.Fotos: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Diesmal hatte sich keine heimische Formation für das 22. internationale A-cappella-Festival des KFZ gefunden, die wie sonst den Auftakt übernahm. Aber dafür gab es mit „Maybebop“ und der als Top-Act angekündigten finnischen Gruppe Fork gleich zwei Höhepunkte.

Die vier Jungs von „Maybebop“, die bereits vor acht Jahren bei der Nacht der Stimmen aufgetreten waren und 2011 in der Stadthalle ihr Publikum im Alleingang bestens unterhielten, begeisterten mit A-cappella-Gesang vom Feinsten ohne elektronische Hilfsmittel, aber mit viel Witz, geistreichen Texten, wirkungsvollen Arrangements und einer tollen, dramaturgisch wirksamen Choreographie.

Zur Show von „Maybebop“ gehört stets eine Improvisation. Aus den zugerufenen Begriffen NSA, Pettycoat, Uli Hoeneß, Bootsverleiher und Sauerampfer machten Oliver Gies und seine Mitstreiter aus dem Stegreif ein witziges Lied im gewünschten Metal-Stil.

Außerdem sangen sie mit zwei Zuschauer „Born To Be Wild“, ließen Kinderlied und Jazz vereinenden „Bebop-Butzemann“ tanzen und befriedigten die „A-cappella-Ultras“ mit dem klassischen kleinen grünen Kaktus, der allerdings mehr nach Rammstein klang.

Spektrum reicht von Elektro bis Beatbox

Ganz anders, trotzdem auf seine Art sehr stimmig und mitreißend, war der Auftritt von „Fork“ aus Finnland. Sie zogen die Zuhörer mit bombastischem Sound, Lightshow und Choreographie in den Bann des zumeist rockigen „Electro Vocal Circus“ und wirkten dabei dank Selbstironie in den Ansagen trotz etwas martialisch anmutender Kostüme auch noch sehr sympathisch.

Elektronische Effekte spielen bei „Fork“ eine wichtige Rolle, auch wenn die zwei Sängerinnen und zwei Sänger mit ihren Stimmen die Schlagzeuge, Bässe und kreischenden E-Gitarren erzeugen, wie bei „Highway To Hell“. Mit großem Spaß nahmen die Zuhörer die gelungene parodistische Darbietung von „You‘re My Heart, You‘re My Soul“ von Modern Talking auf oder ein Medley von Pop-Stücken, „die man eigentlich nicht kombinieren sollte“. Mit Queens „Bohemian Rhapsody“ beendete die Gruppe ihren bejubelten Auftritt.

Den Abend eröffnet hatten „Peter and the Wolvettes“. Sie boten neben gelungenen „Abba“-Arrangements Stücke von den „Andrew Sisters“ und den „Supremes“ bis zum „Boney M.“-Medley, ebenfalls alles ohne elektronische Effekte.

Dafür hatten sie mit Peter Wehrmann einen der besten deutschen Beatboxer auf der Bühne, der während der Umkleidepause der drei Sängerinnen bewies, dass er auch E-Gitarren-Heulen und auch sehr witzig Geräusche vom Trabbi-Anlasser bis zum Damen-Tennis-Match mit herzhaftem Stöhnen imitieren kann.

von Manfred Schubert

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