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Die Liebe ist eine Himmelsmacht

Theatergruppe der AMV Fridericiana spielt „Romeo und Julia“ Die Liebe ist eine Himmelsmacht

Shakespeare ganz klassisch: Die Theatergruppe der AMV Fridericiana hat „Romeo und Julia“ unverändert und in historischen Kostümen auf die Bühne gebracht. Am Donnerstagabend war Premiere.

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Aufwendige Kostüme, spartanisches Bühnenbild: Ganz klassisch präsentieren Studierende von der AMV Fridericiana den Klassiker „Romeo und Julia“.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Anlass für die Auswahl des Stückes ist das Shakespeare-Jahr 2016, in dem der 400. Todestag des großen englischen Lyrikers und Dramatikers gefeiert wird. Die weltberühmte Geschichte von Romeo und Julia kennt jeder: Die jungen Verliebten gehören zwei zutiefst verfeindeten Familien im alten Verona an. Auf einem Maskenball lernen sie sich zufällig kennen und die Liebe ist so groß, dass sie heimlich heiraten.

Wenig später soll Julia auf Geheiß ihres Vaters einen anderen heiraten, sie lässt sich aber durch einen Schlaftrunk in einen todesähnlichen Zustand versetzen. Romeo glaubt, sie sei tot und begeht aus Verzweiflung Selbstmord. Als Julia aus ihrem Schlaf erwacht und den ­toten Geliebten neben sich findet, folgt sie ihm in den Tod.

Die jungen Darstellerinnen und Darsteller der Akademisch-Musikalischen Verbindung (AMV) Fridericiana haben es sehr gut verstanden, das Stück von William Shakespeare zu neuem Leben zu erwecken. Sie spielen durchweg mit Temperament und Leidenschaft und zeigen viel schauspielerisches Talent. Vor allem Jonas Neureither in der Rolle des Romeo und Anna Daria Partenheimer in der Rolle der Julia hatten unglaublich viel Text zu lernen und stellen die beiden zentralen Charaktere sehr überzeugend dar.

Schnörkellose und geradlinige Inszenierung

Zum Gelingen der Aufführung tragen auch die prächtigen historischen Kostüme bei. Die Bühne dagegen ist fast immer leer, nur der Balkon der Julia ist an einer Seite angebaut. Dort spielt sich eine der schönsten Szenen des Stückes ab: Romeo klettert aus dem Garten hinauf zur schmachtenden Julia, um sie zu küssen – eine klassische Szene der Weltliteratur und Höhepunkt dieser alten Liebestragödie, die bis heute jung und unverbraucht erscheint.

Durch die schnörkellose und geradlinige Inszenierung von Maya Tiepolt kommen darüber hinaus Shakespeares wunderbare Sprache, sein Wortwitz und seine köstlichen, zum Teil derben Späße bestens zur Geltung. Trotz des klassischen Ansatzes will die Regisseurin mit dem Stück aber auch einen aktuellen Bezug herstellen.

„Rivalität durch traditionsverhaftete Vorurteile treibt Menschen in die Verzweiflung und schließlich in den Tod“, schreibt sie im Programmheft. Und weiter heißt es: „Die Liebe besiegt alles.“

  • Eine weitere Aufführung gibt es an diesem Samstag um 20 Uhr im großen Saal der AMV Fridericiana in der Lutherstraße 22. Der Eintritt ist frei.

von Bettina Preussner

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