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„Die Kirchen müssen neue Wege gehen“

Kunstreihe „Liturgy Specific Art“ „Die Kirchen müssen neue Wege gehen“

Es war ein seltener Andrang: 150 Menschen fanden am Sonntagvormittag den Weg in die Marburger Universitätskirche. Nach Angaben von Professor Thomas Erne, Dozent für Praktische Theologie an der Philipps-Universität und gleichzeitig Pfarrer, sei auch in Marburg der Rückgang der Kirchengänger deutlich spürbar.

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Professor Thomas Erne und die Künstlerin Valeska Schulze bei der Vernissage im Institut für Kirchenbau.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. Die ungewöhnlich hohe Besucherzahl ließ sich wohl darauf zurückführen, dass der Gottesdienst am Sonntag etwas Besonderes war. Denn er fand im Zeichen der Kunstreihe „Liturgy Specific Art“ statt.

„Die Kirchen müssen neue Wege gehen, um Besucher für den Gottesdienst zu begeistern“, meint Erne und erklärt die Idee hinter „Liturgy Specific Art“: „Es gibt sehr viele Schnittstellen zwischen Liturgie und anderen Kunstformen wie Musik und Film. Diese Berührungspunkte wollen wir für den Gottesdienst nutzen.“

Seit 2010 veranstaltet das Institut für Kirchenbau mindestens einmal pro Semester einen speziellen Gottesdienst, der am Sonntag unter dem Motto „Heimat“ stand – passend zum brandaktuellen Flüchtlingsthema. Neben Predigten von Professor Erne, der den Gottesdienst leitete, gab es auch eine Installation zum Thema Flüchtlinge zu sehen, für die vor allem die vielseitige Künstlerin Valeska Schulze verantwortlich zeichnete. Auch in Sachen Musik gab es am Sonntag eine Überraschung: Die traditionelle Orgelmusik wurde von einem Bratschenkonzert ersetzt.

Nach dem Gottesdienst rundete eine beschauliche Vernissage in der Alten Universität den Vormittag ab. Valeska Schulze ist nämlich nicht nur Musikerin, sondern auch Künstlerin: Sie wurde 1983 in Bad Schwalbach geboren. Aufgewachsen ist sie in Chile. Später studierte sie bildende Kunst in Hamburg und Lissabon und absolvierte ein Studium der evangelischen Theologie in Heidelberg, Hamburg und Marburg. Im Institut für Kirchenbau zeigt sie einige Zeichnungen von Flüchtlingskindern, die in Wiesbaden 
leben.

von Benjamin Kaiser

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