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Der sonnige Sound der Kapverden

Gabriela Mendes in der Waggonhalle Der sonnige Sound der Kapverden

Sonnige Klänge und heiße Rhythmen hatte Gabriela Mendes von den Kapverdischen Inseln im Gepäck. Dem Publikum in der Waggonhalle hat es gefallen.

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Trommelwirbel für eine paradiesische Inselwelt: Gabriela Mendes sang und spielte in der Waggonhalle Musik von den Kapverden.Foto: Bettina Preussner

Marburg. Was für eine Sängerin: Gabriela Mendes ist ein echter Wirbelwind, temperamentvoll, charismatisch, selbstbewusst, verliebt in ihre Musik. Und was für eine Stimme: hell, kraftvoll, ausdrucksstark, wandelbar. Im Frühjahr war Gabriela Mendes zuletzt in Marburg, am Montag nahm sie die Zuhörer wieder mit auf eine Reise durch ihre Heimat, die Kapverdischen Inseln.

Gabriela Mendes, das ist Lebensfreude pur. „Wenn ihr tanzen wollt, tut das!“ rief sie strahlend in die Runde und schwang sogleich die Hüften. Dann legte sie so richtig los. Ein lauter, fröhlicher Coladeira stand auf dem Programm, ein stark rhythmisch gefärbtes, einfaches Lied von den Inseln, das sofort in die Beine fuhr. Und schon bald tanzten, hüpften und klatschten alle mit.

Die folgende flotte Mazurka war ein Import aus Frankreich. „Wir sind ein Ort, wo viele vorbeikommen“, erzählte Mendes über die Kapverden. „Jeder lässt hier was zurück.“ Und stimmte gleich darauf einen Batuko an, der seine Wurzeln tief in Afrika hat. „Just feel it!“ rief sie und wiegte sich im Takt der Musik. Mitreißend und eindrucksvoll war auch der flotte Fanana, eine sinnliche Musikform, die für die Inselwelt typisch ist.

Musik macht man in Afrika auch im Alltag, erzählte die Sängerin weiter, so auch beim Mais stampfen. Hier griff die Sängerin selbst zur Trommel und brachte mit ihren kraftvollen Schlägen die Waggonhalle zum Beben. Im Dialog mit dem tollen Drummer der Band, Markus Leukel, entwickelte sich ein sprühendes musikalisches Feuerwerk. Auch der Rest der Band um Gabriela Mendes überzeugte durch perfektes Zusammenspiel und eindrucksvolle Soli. Carlos Silva war am Klavier zu hören, Frank Warnke an der akustischen Gitarre und Ze Paris am Bass.

Am Schluss verabschiedete sich die Gruppe mit einem Lied über den Strand „Santa Maria“ auf ihrer Heimatinsel. Da glaubte man das Meeresrauschen zu hören und den warmen Wind, der durch die Palmen fuhr. Gerne ließen sich die Besucher in diese exotische Welt fernab des Alltags entführen. Mit stürmischem Beifall bedankten sie sich schließlich bei der sympathischen Sängerin und ihrer Band.

Die Kapverdischen Inseln liegen im Atlantik vor der Westküste Afrikas. Sie waren lange Jahre portugiesische Kolonie und sind seit 1974 unabhängig. Die ganz eigene Kultur der Kapverden ist geprägt von den verschiedensten europäischen und afrikanischen Einflüssen.

von Bettina Preussner

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