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Der nette Norweger von nebenan

Konzert Der nette Norweger von nebenan

Mit gefühlvollen Songs sorgte der norwegische Singer/Songwriter Moddi im KFZ für einen entspannten, ruhigen Abend. Begleitet wurde er von der Cellistin Katrine Schiott.

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Einfach ein netter Kerl mit viel Engagement: Moddi aus Norwegen.Foto: Mareike Bader

Marburg. Es war nicht das lauteste oder aufregendste Programm für einen Samstagabend. Doch mit seiner sympathischen, lockeren Art zog der 26-jährige Pal Moddi Knutsen seine 140 Zuhörer in seinen Bann.

Beim letzten Deutschlandkonzert seiner Europatournee sang er alte Songs und Lieder, die er ganz frisch geschrieben hatte. Gleich das erste Lied war gerade einmal vier Tage alt und war eher schockierend. „Es tut mir leid, das musste ich tun“, entschuldigte sich der Norweger und erklärte, dass der Song auf der Gruselgeschichte „Coraline“ basiert. „Ein sehr süßes Buch“, wie er fand.

An sich machte der blonde Lockenkopf aber eher den Eindruck, als könne er keiner Fliege etwas zuleide tun. Barfuß stand er auf der Bühne und plauderte offen über seine Songs und sich selbst: Wie er Englisch eigentlich erst mit Hilfe der amerikanischen Serie „Family Guy“ gelernt habe und dass er zwar Deutsch in der Schule gehabt hätte, das meiste aber vergessen habe. Trotzdem bemühte er sich immer wieder, mit dem Publikum Deutsch zu sprechen. „Die Zeit fliegt, wenn man mit geile Leute ist“, lautet sein etwas radebrechendes Fazit am Ende des Konzertes. Auch wenn die zwei Stunden schnell um waren, hatte der Abend seine Längen. Dafür waren Moddis Erläuterungen doch zu ausschweifend.

Aber Moddi ist nicht einfach nur ein ruhiger, netter Kerl, der schöne Songs schreibt. Er ist auch sehr engagiert. Als er die Chance bekommen habe, in Tel Aviv zu spielen, habe er am Ende doch abgelehnt und lieber das Land erkundet, erzählte er und spielte sogleich ein Lied über einen israelischen Soldaten. Auch die Natur und der sorgsame Umgang mit den Ressourcen seiner Heimat beschäftigen ihn.

Cellistin gibt den Liedern das stabile Fundament

Bei seinen Liedern begleitete er sich selbst auf der Gitarre, am Klavier oder mit dem Akkordeon. Dazu spielte Katrine Schiott am Cello und sorgte damit für ein kräftiges Fundament der feinen, leichten Songs. Denn auch wenn sich Moddi in einigen Liedern verausgabte, fehlt ihm letztlich einfach die Kraft in der Stimme.

Das Publikum war trotzdem begeistert und wurde für den langen, lauten Applaus mit zwei Zugaben und Postkarten von Moddi belohnt, die er nach dem Konzert am Ausgang verteilte.

Von Mareike Bader

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