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Der lange Weg der Hugenotten in die Freiheit

Wanderführer Der lange Weg der Hugenotten in die Freiheit

In der frühen Neuzeit flohen die Hugenotten und Waldenser, reformierte Gläubige aus Frankreich und Italien, zum großen Teil nach Deutschland.

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Marburg. Gewaltsam von Kirche und Staat vertrieben, fanden einige hier eine neue Heimat. Der fast 2000 Kilometer lange Wanderweg „Auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser“ setzt den Flüchtlingen und Themen wie Intoleranz, Exil und Migration ein Denkmal - durchaus mit aktuellem Bezug. Die vom Europarat anerkannte Route führt auch durch Hessen und speziell den Landkreis Marburg-Biedenkopf. Ein neuer Kulturroutenführer für die deutsche Strecke des Europäischen Kulturfernwanderwegs bietet alle wichtigen wandertouristischen, aber auch viele kulturelle Informationen. Dabei wird auch der enge Bezug zur Stadtgeschichte Marburgs verdeutlicht. Marburg war nicht nur Sammel- und Durchgangsort der Glaubensflüchtlinge, von wo aus ihnen Siedlungsplätze vermittelt wurden. Landgraf Philipp der Großmütige trieb im 16. Jahrhundert von Marburg aus die Reformation voran. Führende hugenottische Wissenschaftler wie der Theologe Thomas Gautier, der Rechtswissenschaftler Carl von Savigny und der Physiker Denis Papin nahmen den Ruf an die Universität Marburg an. 1690 erfand Papin in Marburg die erste Dampfmaschine. Nicht umsonst geht die Philipps-Universität Marburg als erste protestantische Universität Deutschlands in die Geschichte ein.

Auch zwischen den Brüdern Grimm und den Hugenotten besteht eine Verbindung. Etwa 40 Märchen, darunter „Dornröschen“ und „Der Däumling“ gehen auf französische Vorbilder zurück. Die Brüder Grimm erhielten diese von Familien mit hugenottischer Abstammung.

Auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser - Wegstrecke Mittelhessen, Verlag Dr. Lutz Münzer, 8,95 Euro.

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