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Der eiskalte Engel des Bösen

The Equalizer Der eiskalte Engel des Bösen

Hollywood-Star Denzel Washington hat schon manchen an sich durchschnittlichen Spielfilm zum Ereignis gemacht. Nun veredelt er als eiskalter Rächer den Action-Film „The Equalizer“.

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Nachdem die Prostituierte Teri (Chloë Grace Moretz) angegriffen worden ist, sieht McCall (Denzel Washington) rot.Foto: Sony

Marburg. Die erste Zusammenarbeit mit Regisseur Antoine Fuqua bescherte Schauspielstar Denzel Washington höchste Hollywood-Ehren: Für seine Interpretation eines selbstgerechten Polizisten in Fuquas „Training Day“ bekam er 2002 seinen zweiten Oscar. 12 Jahre später setzt das Duo wieder auf einen Krimi, um ein möglichst großes Publikum zu unterhalten.

Denzel Washington brilliert in „The Equalizer“ als Robert McCall. Der scheinbar biedere Baumarkt-Angestellte führt ein exakt eingeteiltes Leben. Das ist schon seltsam. Selbst morgens im Bad stoppt er die Zeit. Allnächtlich isst er im selben Lokal. Und wenn er Sex will, dann nur mit der Prostituierten Teri (Chloë Grace Moretz). Als die von ihrem Zuhälter zusammengeschlagen wird, verwandelt sich Robert in eine Bestie. Aus dem netten Mann von nebenan wird eine Mord-Maschine. Warum? Zunächst ist es vor allem diese Frage, die für Spannung sorgt. Doch die Antwort gibt‘s bald. Das Geheimnis von Roberts Vergangenheit wird gelüftet.

Antoine Fuqua setzt auf einen klugen Kniff: Das Publikum weiß oft mehr als die Filmfiguren. So bleibt man als Zuschauer auch gefesselt, als der Russenmafia-Schurke Teddy Robert in die Knie zwingen will. Man ahnt, dass Teddy sich die Zähne ausbeißen wird. Oder kommt es doch ganz anders?

Unapetitliche Gewaltszenen

Die Darstellung des zunächst geheimnisvollen Robert durch Denzel Washington ist das A und O des Films. Der Schauspieler gibt der Figur nämlich noch in den absurdesten Actionszenen eine schöne Durchschnittlichkeit. So kann man sich als Kinobesucher mit dem schließlich nur noch ums nackte Überleben kämpfenden Killer identifizieren und lässt sich gern auf den Nervenkitzel ein.

Leider gilt es dabei auch einige höchst unappetitliche Gewaltszenen durchzustehen. Wenn beispielsweise gezeigt wird, wie sich ein schlichter Korkenzieher im Handumdrehen als wirksame Waffe nutzen lässt, könnte bei manch zarter besaitetem Filmbesucher der Magen rebellieren.

Die visuelle Gestaltung lässt keine Wünsche offen. Mit einer mehrfach eingesetzten Montage von Bildern voller Signalwirkung wird etwa effektvoll deutlich, wie es Robert immer wieder in kürzester Zeit gelingt, Situationen und Menschen exakt einzuschätzen. Wir als Zuschauer dürfen sozusagen ins Gehirn der Hauptfigur blicken. Im Kino krachender Effekte ist solche formale Qualität selten zu finden.

Dies und die schneidende Präsenz von Denzel Washington versöhnen denn auch mit der übermäßigen Brutalität und sogar damit, dass die Handlung im Lauf der Zeit doch sehr überschaubar wird. Und wenn man nach dem actionprallen Finale im Baumarkt nach Hause geht, überlegt man sich schweißgebadet, ob man die nächsten Nägel nicht doch lieber im friedlichen kleinen Tante-Emma-Laden um die Ecke kauft.

Der Film läuft im Cineplex.

von Peter Claus

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Zuschauermeinungen

„Äußerst brutaler Robin Hood der Neuzeit. Stirb langsam 7.0.“

Sabine Frabk-Wolff (54) aus Marburg

„Guter Bösewicht, noch besserer Denzel!“

Bastian Brehmer (30) aus Biedenkopf

„Überraschend gut.“

Ute Rädel (29) aus Marburg

„Klasse Action. Sehr spannend.“

Sebastian Rädel (30) aus Marburg

„Nervenzerreißend.“

Sarah Hakelberg aus Dautphetal

„Hammer Film.“

Andreas Bernhardt aus Friedensdorf

„Im Baumarkt gibt‘s alles gegen die Russen-Mafia.“

Marco Rauch aus Weimar

„Perfekte Mischung aus Action und Handlung.“

Christian Freiling (25) aus Friedensdorf

„Hochstilisierte Todesszenen mit Baumarktuntensilien.“

H. Kuhlmann aus Marburg

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