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Der Weltstar und seine brillanten Bläser

Ludwig Güttler Der Weltstar und seine brillanten Bläser

Einfach mitreißend. Anders kann man das Konzert von Ludwig Güttler und seinem Ensemble in der Elisabethkirche nicht beschreiben. Einzig eine Kirchenmaus ergriff schnell die Flucht.

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Startrompeter Ludwig Güttler (von links) hat ausgezeichnete Bläser wie Sven Barnkoth und Volker Stegmann um sich versammelt.

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Die Trompeter Sven Barnkoth und Johann Clemens sowie Posaunist Guido Ulfig waren dem Tierchen allerdings auch dicht auf die Pelle gerückt, als sie vom Eingang aus bei Tylman Susatos „Fünf Tänzen für Blechbläser und Bläser-Fernchor“ mit ihren acht im Altarraum spielenden Kollegen gleich zu Beginn ein besonderes akustisches Erlebnis schufen.

Bei den Stücken des Renaissancekomponisten, den ältesten, die an diesem Abend zur Aufführung kamen, lotete das Blechbläserensemble unter Leitung des weltbekannten Startrompeters Ludwig Güttler den gesamten Kirchenraum eindrucksvoll und facettenreich mit präzisen Einsätzen und wunderbaren Echoeffekten aus.

Es folgten Werke von Erasmus Widman, Orindio Bartolini, Tomaso Albinoni, Giovanni Gabrielli und Giovanni Battista Sammartini, dessen Sonate As-Dur für zwei Blechbläserchöre mit glorios-mitreißendem Allegro, getragenem Adagio und dramatisch-kraftvollem Presto vor der Pause die ersten Konzerthälfte abschloss.

Die Anhänger, die sich von einem Güttler-Konzert barocke Klangfülle und majestätischen Glanz meisterhaft gespielter Blechblasinstrumente erhoffen, kamen voll auf ihre Kosten bei der technischen Perfektion und absoluten Harmonie im Zusammenspiel, die das 1978 von Güttler ins Leben gerufene Ensemble bot, das aus Solisten der Dresdner Philharmonie, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, des Gewandhausorchesters Leipzig und der Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz besteht.

Vier Zugaben und Beifall im Stehen

Unter den 550 Zuhörern in der ausverkauften Elisabethkirche befanden sich nicht wenige, die selbst im Landkreis als Bläser aktiv sind.

Johann Hermann Scheins Suite für Blechbläser eröffnete den zweiten Teil. Neben Originalkompositionen gehören zu einem Ludwig-Güttler-Konzert für Blechbläserbesetzungen adaptierte Ensemblesätze instrumentalen wie vokalen Ursprungs. Johann Sebastian Bachs doppelchörige Motette „Singet dem Herrn“ hatte Güttler so meisterlich eingerichtet, dass man beim vielstimmig verflochtenen Allegro den Eindruck hatte, einen hundertköpfigen Chor singen zu hören.

Nach Samuel Scheidts temporeichen Canzona, Gagliarda, Battaglia hatte das enthusiastisch applaudierende Publikum noch lange nicht genug und wurde mit vier Zugaben belohnt: eine Volte von Michael Praetorius, Jeremiah Clarkes berühmtes „Trumpet Voluntary“, Hans Leo Hasslers Choral „Herzlich hab ich dich lieb“ und William Brades „Aufzug vor Grienwitsch“.

Mit Beifall im Stehen verabschiedeten die Zuhörer das Ensemble.

von Manfred Schubert

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