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Der Weg eines Theater-Revolutionärs

Vortrag über Erwin Piscator Der Weg eines Theater-Revolutionärs

Seinen Namensgeber stellt das Erwin-Piscator-Haus der interessierten Öffentlichkeit am Donnerstag, 15. Dezember, vor.

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Erwin Piscator steht im Mittelpunkt eines Vortrags.

Quelle: Lahr von Leïtis-Archiv

Marburg. „Der Theatermacher Erwin­ Piscator im New Yorker Exil – die Piscator Society stellt sich vor“ lautet ein Vortrag mit Diskussion, der um 19 Uhr im Aktionsraum 2 im 1. Obergeschoss des EPH beginnt. Auf Einladung des Fachdiensts Kultur und des EPH sprechen die US-Experten ­Michael Lahr und Gregorij von Leïtis über den Weg Piscators.

Michael Lahr ist Programmdirektor der transatlantischen Kulturaustauschorganisation „Elysium – between two continents“ (New York/München). Gregorij von Leïtis ist Gründungsintendant von Elysium und Vorsitzender der Erwin Piscator Award Society.

In diesem Jahr hat sich der Tod von Erwin Piscator (1893 – 1966) zum 50. Mal gejährt. Der in Ulm geborene und in Marburg aufgewachsene Piscator gehörte zu den wichtigsten Begründern des politischen Theaters und war einer der einflussreichsten Theaterregisseure des 20. Jahrhunderts. Und das nicht nur in Deutschland, wo seine künstlerische Laufbahn im Berlin der 20er-Jahre begann, sondern auch in den Vereinigten Staaten, wo er ab 1939 Zuflucht vor der Verfolgung durch das Nazi-­Regime fand.

Piscator legte Programmen Unterprivilegierte auf

Michael Lahr rekonstruiert in seinem Vortrag die gesellschaftlichen und politischen Umstände, die Piscator bei seiner Ankunft in Amerika vorfand und zeigt auf, wie er durch seine Unterrichtsmethoden und besonders durch die Wahl seiner Stücke dem politischen Theater in den USA den Boden bereitete.

Als sich die politische Situation in den USA im Kalten Krieg mit der antikommunistischen Hetzjagd unter McCarthy zuspitzte,­ sah sich Piscator gezwungen, New York 1951 Hals über Kopf zu verlassen. Er kehrte nach Deutschland zurück und inszenierte auch in Marburg.

Gregorij von Leïtis wird davon sprechen, wie Piscators Ideen eines engagierten Theaters und dessen Inszenierungen ihn als jungen Studenten prägten. Als er 1983 in New York die Theaterkompanie Elysium gründete,­ setzte er mit seinen Inszenierungen deutschsprachiger Stücke, aber auch mit Programmen wie Theater für Obdachlose und für unterprivilegierte Einwandererkinder eigene Akzente.

Schon bald lernte er Piscators Witwe Maria Ley kennen und gründete 1985 die Erwin Piscator Award Society, um mit dem Erwin-Piscator-Preis das Erbe­ Piscators wachzuhalten. Der Piscator-Preis wurde 1986 erstmals an die Schauspielerin und Oskarpreisträgerin Lee Grant verliehen.

 
 
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