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Der Traum vom kleinen Zirkus

Kultur Der Traum vom kleinen Zirkus

Die Gruppe „Convoy Exceptionell“ gastiert noch bis Sonntag auf dem Gelände der Waggonhalle.

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Ungewöhnlich musikalisch: Benedikt Hench spielt auf seiner Bierflöte.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. Als er sechs Jahre alt war, hatte Jan Soencksen, Gründer des „Convoy Exceptionell“, einen Traum: „Eines Tages will ich eine Zirkus-Show auf die Beine stellen, mit Zirkus-Zelt, Clowns und allem Drum und Dran.“ 31 Jahre später ist der Traum in Erfüllung gegangen. Zusammen mit drei befreundeten Artisten präsentiert Soencksen im Zelt auf dem Waggonhallengelände eine Show, bei der Hunde Skateboard fahren und auf Schraubenschlüsseln und Bierflaschen musiziert wird.

Die Zuschauer sehen, was sich da in der Manege abspielt, doch ihre Köpfe können es scheinbar gar nicht begreifen. Anders sind die vielen offenen Münder und angestrengten Blicke bei der Premiere kaum zu erklären, als Benedikt Hench Mozarts „kleine Nachtmusik“ auf Schraubenschlüsseln spielt und danach auf Bierflaschen ein englisches Volkslied trällert. Doch bietet der „Convoy“ auch Standard-Nummern wie das Balancieren auf dem Seil. Auch Freunde ästhetischer Tanzeinlagen kommen auf ihre Kosten. Denn Elena Martino weiß mit Ausdruckstanz, ob am Boden oder an einem Tuch in luftigen Höhen, zu überzeugen.

Mix aus Skurrilem und Klassischem

Es ist das Wechselspiel zwischen skurrilen und klassischen Einlagen, das den Charme der Darbietung ausmacht. Hinzu kommt die Nähe zu den Artisten. Das kleine Zirkuszelt sorgt dafür, dass die Zuschauer sprichwörtlich hautnah am Geschehen dran sind, und Berührungsängste haben die Artisten nicht, wie das Publikum einige Male zu spüren bekommt.

Die Show wurde mit Hilfe der Zirkus-Ikone Willi Lieverscheidt von „Compagnia Buffo“ ausgetüftelt, doch einen Direktor hat die Gruppe nicht, zumindest keinen aus Fleisch und Blut. Allerdings gibt es eine menschengroße Puppe mit Anzug und Zylinder, die während der Vorführung einiges zu ertragen hat. Ohne ihren Chef versuchen die Artisten, das Chaos in der Manege unter Kontrolle zu bringen.

Hund fährt Skateboard

Der Star der Show ist Soencksens Hund „Nutmeg“. Das Multitalent auf vier Pfoten, kann nicht nur Teppiche ausrollen und seinem Herrchen das Hütchen vom Kopf klauen, sondern es entpuppt sich auch als tierisch guter Skateboardfahrer. „Das sind die Abende, von denen ich als Kind geträumt habe“, meint Soencksen.

Bis zum Sonntag spielt „Convoy Exceptionell“ auf dem Vorplatz der Marburger Waggonhalle. Zu sehen sind die Shows heute und morgen um 20 Uhr, am Samstag um 16 Uhr sowie am Sonntag um 11 und 19 Uhr. Karten gibt es im Zirkuswagen vor Ort.

von Benjamin Kaiser

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