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Der Streit eskaliert

Dramagroup spielte „God of Carnage“ in der Waggonhalle Der Streit eskaliert

Wenn Tulpen zerschmettert, Smartphones 
ertränkt und Hochglanzmagazine vollgebrochen werden, dann wissen wir, Yasmina Rezas „Gott des Gemetzels“ läuft gerade auf Hochtouren.

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Cowan (rechts) versucht sein Handy zu retten.

Quelle: Marcus Hergenhan

Marburg. Das ursprünglich französische Theaterstück „Le Dieu du carnage“ ist in der Bundesrepublik wohl vor allem als Filmversion mit Christoph Waltz bekannt. Die Dramagroup führte nun die Bühnenversion „God of Carnage“ in der Waggonhalle auf.

Zwei Kinder der New Yorker Mittel- und Oberschicht sind vor kurzem aneinandergeraten, wobei einer der Jungen dem anderen mit einem Stock eineinhalb Zähne ausschlug, was nun dazu führt, dass die jeweiligen Eltern im Stück klären möchten, wie mit dieser Sachlage zu verfahren ist.

Dabei geraten nun zunächst vor allem der pragmatisch-zynische Anwaltsvater des Zuschlägers Allan Cowan (Jens Wetekam) und die bemüht moralisierende Mutter des Opfers, Penelope Longstreet (Janvi Tandon) aneinander. Daneben kommt es auch zum Konflikt zwischen dem Anwalt und dem anderen „Vater“, Michaela Longstreet.

Aus Mangel an männlichen Darstellern machte die „Dramagroup“ daraus eine weibliche Figur, die von Lea Thiessen gespielt wurde. Schließlich richten sich nach einiger Zeit sämtliche vier Elternteile mal innerhalb, mal außerhalb ehelicher Grenzen gegeneinander, bis sich schließlich im unreifen Toben der Erwachsenen herausstellt, dass die beiden Kinder den Streit längst beigelegt haben. Es geht zusehends nicht mehr alleine um Kindererziehung und Schuldeingeständnis, sondern auch vermehrt um die großen Fragen, um Berufsethik, um Afrika, ja was es überhaupt bedeutet ein guter zivilisierter Mensch zu sein.

Katrin Wittenberg, die die Handymörderin Nancy Cowan verkörperte, war mit dem Ergebnis ihrer Truppe zufrieden: „Wir mussten ja sehr schnell neu planen, da wir eigentlich vorhatten, ‚Living Dead in Denmark‘ zu spielen, aber nicht genug Spieler hatten. Die Wahl fiel dann auf ‚God of Carnage‘, weil das eben mit so wenig Leuten geht, letztlich hatten wir aber gerade mal vier Wochen Zeit zum Proben.“

von Marcus Hergenhan

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