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Der Sound des Charangos

Festival Semana Latina: Willy Rios Der Sound des Charangos

Willy Rios und seine Band brachten südamerikanisches Flair in die Waggonhalle. Im Mittelpunkt stand das Charango.

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Hingegeben an die Musik: Der Charangospieler Willy Rios auf der Bühne der Waggonhalle.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Das Charango ist ein kleines Zupfinstrument, das aus den südamerikanischen Anden stammt. Ursprünglich wurde es aus dem Panzer von Gürteltieren gefertigt, heute ist es meist aus Holz gemacht. Obwohl das Charango viel kleiner ist als eine Gitarre, hat es einen erstaunlich vollen Klang.

Seit 35 Jahren spielt der bolivianische Sänger und Musiker Willy Rios Charango. Er hat schon in vielen Ländern der Erde musiziert. Nach 24 Jahren ist er jetzt erstmals wieder auf Tournee durch Deutschland. Dass Rios ein exzellenter Meister seines Faches ist, bewies er auch am Donnerstag in der Waggonhalle. Mit großer Präzision zupfte er die Saiten des Charangos und legte mitunter ein erstaunliches Tempo vor.

Mit einem ebenso poetischen wie temperamentvollen Stück startete er in den Abend. Begleitet wurde er zunächst nur von dem Gitarristen Hugo Larenas, später kamen der Perkussionist Daniel Emden und ein Flötist hinzu. In perfektem Zusammenspiel zauberten die vier einen eingängigen, mitreißenden Sound.

Nur 30 Zuschauer

In dem Lied „Schwarze Sonne“ besang Rios die Weite und Kälte Kanadas, wo der Musiker zeitweise gelebt hat. Immer wieder traten Gitarre und Charango in einen wunderbaren Dialog, das Schlagzeug imitierte das Rauschen des Windes.

Es folgte eine eher traditionelle Komposition, in der Rios seine ganze Virtuosität ausspielen konnte. Mit geschlossenen Augen schlug er die Saiten an und spielte voller Leidenschaft, ganz hingegeben an die Musik. Die Einflüsse des multikulturellen Lebens in Montreal kamen in einem weiteren Stück zum Ausdruck, in dem Anklänge an Jazz und Tango zu hören waren.

Schließlich stimmten die vier Musiker einen weiteren flotten und temporeichen Titel an, und bald klatschte das Publikum begeistert mit. Leider waren am Donnerstag nur rund 30 Gäste in die Waggonhalle gekommen, um den Bolivianer live zu erleben, aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch.

Der Sänger, Komponist, Flötist und Charangospieler Willy Rios wurde in Bolivien geboren, wo er auch seine Ausbildung auf dem Charango erhielt. Er spielte mit vielen namhaften Künstlern in aller Welt zusammen.

  • Die Semana Latina endet diesen Samstag in der Waggonhalle mit einem Konzert von Pirai Vaca.

von Bettina Preussner

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