Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Der „Sommernachtstraum“ kommt an

Gute Besucher-Kritiken Der „Sommernachtstraum“ kommt an

Die temporeiche, auf 80 Minuten komprimierte Inszenierung von Regisseur Gerald Gluth-Goldmann bietet viel fürs Auge - und jede Menge Humor. Sowohl ältere wie jüngere Zuschauer lachten viel bei der Benefiz-Veranstaltung.

Voriger Artikel
Botox-Barbies im Stangenwald
Nächster Artikel
Eine eindringliche Predigt in Tönen

Trotz ausverkaufter Vorstellung des „Sommernachtstraums“ blieben einige Plätze im Publikum frei – manche, die Karten gekauft hatten, befürchteten wohl zu viel Klamauk – doch die Zuschauer waren von der Inszenierung überzeugt.

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Das Wetter am Pfingstsonntag war sommernachtstraumhaft. 25 Grad nach Sonnenuntergang bildeten beste Voraussetzungen für ungetrübten Theatergenuss beim Open-Air-Spektakel „Ein Sommernachtstraum“ des Hessischen Landestheaters Marburg, einer Benefizvorstellung der Oberhessischen Presse.

Mit den Polestangentänzerinnen und den bunten Kostümen bietet die Vorstellung viel Abwechslung. Die erfahrenen Theatergänger hatten den Vergleich mit der klassischen Version der Komödie von William Shakespeare im Kopf, einige vielleicht elf- oder zwölfjährige Mädchen in den vorderen Reihen amüsierten sich sichtlich über die angedeuteten Kopulationsszenen und sahen immer wieder grinsend zu ihren erwachsenen Begleitern neben sich.

„Es war witzig, richtig klasse, sogar supergut“, fanden vier Schwestern mittleren Alters, die während der ganzen Vorstellung immer wieder herzhaft gelacht hatten. Sabine Weintraut, Gerda Emmerich, Renate Mitze und die aus München angereiste Brigitte Weintraut-Brandl fanden es viel amüsanter als erwartet. Nach dem Premierenbericht hatten sie nicht gedacht, dass sie es so toll finden würden.

Premiere Sommernachtstraum auf dem Marburger Marktplatz. Foto: Thorsten Richter (thr)

Zur Bildergalerie

Eine Marburgerin, die ihren Namen nicht nennen wollte, war mit der Befürchtung gekommen, dass die Aufführung vielleicht „zu klamaukig“ würde. Sie lobte die vielen interessanten Einfälle, mit denen eine Übertragung des über 400 Jahre alten Stoffs auf die heutige Zeit gelungen sei. Auch das Artistische habe ihr gut gefallen. „Ein urmenschliches Thema wird hier mit Augenzwinkern erzählt“, fand sie. Eine Lehrerin aus Marburg sagte: „Ich habe mich darauf eingelassen und fand es gut. Als ich den Artikel las, dachte ich, was ist das für ein Stück, wie Porno.“ Sie berichtete, dass vier weitere Frauen aus dem gleichen Grund erst gezögert hätten, herzukommen, aber nun froh gewesen seien, sich die Aufführung doch angesehen zu haben. Ausdrücklich hob sie die sportlichen Leistungen der Darsteller hervor. Sie hatte mehrere unbesetzte Plätze trotz der ausverkauften Vorstellung gesehen und mutmaßte, dass einige Karteninhaber ähnliche Befürchtungen gehabt hätten und deshalb nicht gekommen seien.

Ein Sportlehrer aus Sterzhausen hatte das Stück dreimal in der klassischen Version gesehen und urteilte, die Aufführung sei gelungen und in sich stimmig. Lediglich die Kampfszene sei ihm als etwas zu lang erschienen. Die Marburger Lehrerin widersprach, dieses artistische Stück habe ihr gut gefallen. „Ich hätte gern mitgemacht in dem Stangenwald, das würde mich als Sportlehrer reizen“, fügte der zufriedene Zuschauer noch schmunzelnd hinzu.

Die Einnahmen dieser Veranstaltung spendet die Oberhessische Presse komplett dem Landestheater für dessen Kinder- und Jugendtheaterarbeit.

Weitere Termine von „Ein Sommernachtstraum“: Dienstag, 10. Juni, Mitwoch, 11. Juni, Donnerstag, 12. Juni, Freitag, 13. Juni, Samstag, 14. Juni, Sonntag, 15. Juni - Vorstellungsbeginn jeweils 21 Uhr, Marktplatz, Einlass ab 20.30 Uhr.

von Manfred Schubert

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr