Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Der „Man in Black“ vereinte Scheitern und Erfolg

10. Todestag von Johnny Cash Der „Man in Black“ vereinte Scheitern und Erfolg

Für viele Menschen ist er ein Idol, ein Grund, die Gitarre in die Hand zu nehmen und Musik zu machen. Seine Texte handeln von den Armen und Unterdrückten. Er selbst durchstand viele Krisen.

Voriger Artikel
Historiendrama mit Kämpfernatur
Nächster Artikel
Wenn die Tragödie in die Idylle platzt

Johnny Cash mit seiner großen Liebe June Carter 1972 in Berlin.Foto: Chris Hoffmann

Quelle: Chris Hoffmann

Marburg. 13. Januar 1968: an diesem Tag singt ein amerikanischer Country- und Folksänger in einem kalifornischen Staatsgefängnis namens Folsom vor mehreren hundert Insassen. Als die Häftlinge die Musik vernehmen, scheint der harte Gefängnisalltag vergessen. Denn jemand spricht ihnen aus der Seele. Dieser Mann war Johnny Cash.

Er gilt als einer der einflussreichsten und glaubwürdigsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Seine Songs dienen vielen Bands aus unterschiedlichen Genres als Inspiration. „Ring of Fire“, „I walk the Line“ oder „Folsom Prison Blues“ sind nicht nur Meilensteine der Musikgeschichte, sondern auch autobiographische Zeugnisse. Salopp ausgedrückt: Jedes Bier, über das er sang, hat er auch getrunken.

Heute vor zehn Jahren ist er im Alter von 71 Jahren gestorben, gezeichnet von einer Nervenkrankheit, die ihn aber nicht vom Musizieren abhielt. Bis zu seinem Tod konnte er sich von der Musik nicht losreißen. Besonders seine Albenserie „American Recordings“ aus den 1990er und 2000er Jahren war ausschlaggebend für seine wachsende Popularität, bei Jung und Alt.

Der selbst ernannte „Man in Black“, ein Ausdruck, der auf seine schwarze Kleidung zurückgeht, war sowohl ein gläubiger Christ, als auch, in der ersten Hälfte seiner Karriere, abhängig von Aufputschmitteln. Er repräsentierte Erfolg und Scheitern zugleich.

Sein unvergleichbarer Sound, ähnlich wie der stampfende Klang eines alten Zuges, und seine tiefe Stimme wurden zum Markenzeichen. Mit dieser Authentizität berührte und vereinte er verschiedene Bevölkerungsschichten.

Mittlerweile existiert in der Wiege der Country-Musik, in Nashville, Tennessee, ihm zu Ehren ein eigenes Museum. Der Film „Walk the Line“, welcher den Abschnitt seines Lebens bis zur Heirat mit seiner großen Liebe June Carter thematisiert, zog im Jahr 2005 Millionen von Besuchern weltweit in die Kinos. Er veröffentlichte 96 Alben, verkaufte mehr als 50 Millionen Tonträger und selbst nach seinem Tod, nimmt die Zahl der Verkäufe zu.

Aus einem seiner letzten Songs heißt es übersetzt: „Es gibt kein Grab, dass meinen Körper unter der Erde halten kann.“ Die Musik von Johnny Cash ist wahrlich zeitlos und zum Glück nicht mit seinem Tod verschwunden.

von Matthias Weber

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr