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Der Kabarettist und seine Teufelsmusiker

Michael Krebs trat im KFZ auf Der Kabarettist und seine Teufelsmusiker

Heavy Metal plus Kabarett – geht das? Sehr gut sogar, wie Michael Krebs und die Band „Die Pommesgabeln des Teufels“ im KFZ bewiesen.

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Der Kabarettist Michael Krebs gastierte mit dem „Oheim des Todes“ und „Boris, the Beast“ im KFZ.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. 50 Besucher waren gekommen, um den Kabarettisten und seine Band zu sehen. Krebs ergriff die Gelegenheit beim Schopfe und begrüßte jeden Zuschauer persönlich mit Handschlag. „Ihr habt euch ganz nach hinten gesetzt“, witzelte er. „Das nützt euch aber gar nichts.“

Der lockere Kabarettist hatte das Publikum schnell um den Finger gewickelt. Und die Band? Die beiden Musiker sahen zwar gefährlich aus mit Stachelarmband und finsterem Blick, die waren aber ganz zahm, die wollten nur spielen.

„Die Pommesgabeln des Teufels“, das sind „Der Oheim des Todes“ am Schlagzeug und „Boris, the 
Beast“ am Bass. „Wir haben uns bei Elite-Partner kennen gelernt“, behauptete Michael Krebs und erzählte weiter, dass sie sich seit dem Wacken-Festival kennen.

Wer jetzt dachte, dass ihm beim ersten Ton die Ohren weg-fliegen, der hatte sich getäuscht. Die „Pommesgabeln“ spielten ruhig und zivilisiert und zauberten zusammen mit Michael Krebs am Flügel einen eingängigen, rockigen Sound.

Traum von einer „scharfen Business-Schnitte“

Im Mittelpunkt standen eindeutig die Texte des Kabarettisten. Der gebürtige Schwabe, der seit zwölf Jahren erfolgreich auf der Bühne steht, erzählte in seinem Jubiläumskonzert vor allem Anekdoten aus seiner Laufbahn. Los ging es mit einem Lied, das er für einen Wettbewerb an der pädagogischen Hochschule geschrieben hat. Es handelte vom Hausverbot bei Aldi, das ihn zu einem Liebeslied an die Ladenkette inspiriert hat.

Aus seiner Zeit als Barpianist in einem Hamburger Luxushotel stammte der nächste Song. Darin träumt er von einer „scharfen Business-Schnitte“, die ihn in ihr Bett locken will. In Wirklichkeit wünschen sich aber alle Barbesucher nur, dass er leiser spielt. Kein Mensch hört seinem kunstvollen Spiel richtig zu.

Sehr witzig war auch das Lied über die Hektik und Oberflächlichkeit im modernen Alltag: „Coffee to go, Frisur to go, Freunde to go.“ Und: „Für immer mehr brauchen wir immer weniger Zeit.“ Vor lauter Erschöpfung wünschen sich dann alle ein Wellness-Wochenende zur Entschleunigung.

In der Rückschau fragte sich Krebs auch, was er machen würde, wenn er nochmal 18 Jahre alt wäre. „Ich würde Rapper werden!“, rief er begeistert und spielte gekonnt einen mitreißenden Rap. In diesem Stück besang er kritisch die Verflechtung von Wirtschaft, Politik und Medien.

von Bettina Preussner

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