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Der Entertainer unter den Roman-Autoren

Krimifestival: Zoran Drvenkar Der Entertainer unter den Roman-Autoren

Eigentlich war eine Lesung aus seinem Buch „Der letzte Engel. Der Ruf aus dem Eis“ geplant. Spontan stellte ­Autor Zoran Drvenkar vergangene Woche beim Marburger Krimifestival aber gleich vier Geschichten vor.

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Zoran Drvenkar plauderte bei seiner Lesung im TTZ über Umzüge und einen nervösen Verlag.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. Kleine Programmänderung. Wenn Zoran Drvenkar liest, muss man mit so etwas rechnen. Wer sich und seine Arbeit als „gnadenlos unberechenbar“ bezeichnet und bei seinem Schreiben aus dem Bauch heraus meist selbst nicht weiß, wo ihn die Geschichte hinführt, der nimmt die Gäste seiner Lesung dann folgerichtig auch mal auf ungeplante Reisen mit. „Ich hoffe, wir schaffen das in den nächsten vier Stunden“, scherzte Zoran Drvenkar im TTZ.

Es ist anzunehmen, dass die Gäste seiner Lesung auch vier Stunden ausharren würden – nicht umsonst stellte Manfred Paulsen den Autor mit den Worten „Der kann einfach alles“ vor. Eigentlich war damit die Vielfalt seiner Veröffentlichungen gemeint: Kinderbücher und ­Science-Fiction, Theaterstücke und Thriller, Lyrik und Drehbücher. Aber natürlich kann der Mann auch lesen. Und erzählen. Noch bevor es an eine Zeile aus irgendeinem seiner Bücher ging, hatte er sein Publikum schon bestens unterhalten. Nur mit den Geschichten seiner bisherigen Wohnorte.

Mit drei Jahren kam der gebürtige Kroate mit seinen Eltern nach Berlin. Von dort aus verschlug es ihn nach Bayern, wo ein Freund von ihm Taxi fuhr, um das Geld wieder reinzuholen, das Zoran beim Schreiben verdiente und das der Freund ausgab, zurück nach Berlin und schließlich „in die Pampa“ des Havellands. Dort lebt er in einer ehemaligen Kornmühle und will seiner „Süßen“ ein Haus bauen. Genauer: Sie baut, das war schon immer ihr Traum. Er guckt zu.

Am liebsten hätte er ja aus dem Buch gelesen, das er selbst gerade liest, Simmel nämlich. Aber gut. Den zweiten Teil von „Der letzte Engel“ zu präsentieren, mache eigentlich keinen Sinn, so Drvenkar, wenn man den ersten Teil nicht kenne. Also las er ein Stück aus eben jenem ersten Teil, weil er seinen Engel sehr liebe. Und Drvenkar erzählte,­ wie nervös bis panisch der Verlag geworden sei, als er sah, dass da mitnichten die „schöne, nette Komödie“ kam, die er mit den ersten gelesenen Seiten einzukaufen geglaubt hatte. Außerdem gab es einen Ausschnitt aus „Still“ und aus „Du“ und zum Schluss schon mal ­eine kleine Weihnachtsgeschichte. Bei der der kleine Bruder im Klo stecken bleibt. 
Drvenkar-Stil eben.

von Nadja Schwarzwäller

 
 
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