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Der Aufstieg zum Weltstar

Doku über Dirk Nowitzki Der Aufstieg zum Weltstar

Dirk Nowitzki ist einer der wenigen deutschen Sportler, der auf der ganzen Welt bekannt ist. Nun gibt es einen Dokumentationsfilm über den 36 Jahre alten Ausnahmebasketballer. Der Weg ins Kino lohnt sich.

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Basketballspieler Dirk Nowitzki bei der Arbeit (oben): Er spielt für die Dallas Mavericks in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA. Das Foto links zeigt ihn bei der Präsentation des Dokumentarfilms über ihn. Fotos: Larry W. Smith / Boris Roessler

Quelle: Boris Roessler

Marburg. Nein, so ganz überzeugt ist Dirk Nowitzki auch am Ende noch nicht. Der 36-Jährige fährt mit seinem Wagen durch die Straßen von Dallas, wo er nun schon seit fast 17 Jahren zu Hause ist. „Ich tue mich mit öffentlichen Auftritten schwer, will eigentlich meine Ruhe haben. Im Mittelpunkt zu stehen, war nie schön für mich“, sagt Deutschlands Basketball-Superstar. Doch genau das tut der 36-Jährige im Dokumentarfilm „Nowitzki. Der perfekte Wurf“, der heute in Marburg startet.

Es ist das Verdienst von Regisseur Sebastian Dehnhardt, dass das Leben und die Karriere von Deutschlands bestem Basketballer und einem der wenigen deutschen Sportler mit Weltruhm nun gewürdigt wird. In 106 Minuten zeichnet der Film den Werdegang Nowitzkis vom kleinen, sportbegeisterten Jungen im beschaulichen Würzburg zur Sportikone in der Glamour-Welt der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA nach, der 2011 mit dem Titel-Gewinn seinen Höhepunkt fand.

„Er gehört zu den ganz großen Künstlern in seiner Sportart, da hat es sich geradezu aufgedrängt, seine Geschichte in einer Dokumentation zu zeigen“, sagt Dehnhardt, der bereits mit einem Filmbeitrag über die Boxer Vitali Klitschko und Wladimir Klitschko brillierte. Der Weg zu Nowitzki führte dabei nur über einen Mann, den Nowitzki selbst als „bunten Hund“ bezeichnet und der fast immer an dessen Seite ist: Holger Geschwindner - ehemaliger Basketballer, Physiker, Querdenker sowie Entdecker und Förderer von Nowitzki. Als Dehnhardt den 68-Jährigen von seinem Projekt überzeugt hatte, stand dem Vorhaben nichts mehr im Wege.

Denn Geschwindner ist Nowitzkis wichtigster Fixpunkt. „Wenn ich den Holger mit 15, 16 nicht getroffen hätte, wäre ich vielleicht nie in die NBA gekommen“, sagte Nowitzki im Interview der Nachrichtenagentur dpa. „Dann hätte ich vielleicht sogar mit Basketball aufgehört und hätte weiter Handball oder Tennis gespielt.“

Doch Geschwindner erkannte sofort die besonderen Fähigkeiten des Blondschopfes und förderte Nowitzki auf eine Art und Weise, die im Profisport ihresgleichen sucht. Viele runzeln noch heute die Stirn, wenn sie Nowitzki in einer schmucklosen fränkischen Turnhalle unter Geschwindners Anleitung Froschsprünge machen sehen. „Ich habe nie verstanden, was sie da machen“, sagt zum Beispiel Michael Finley, Nowitzkis langjähriger Teamkollege bei den Mavs. Selbst Dallas-Coach Rick Carlislelässt das ungleiche Duo einfach gewähren. „Ich habe mir gesagt, lass die beiden in Ruhe.“

Dehnhardt stellt die „Vater-Sohn-Beziehung“ zwischen Nowitzki und Geschwindner ganz bewusst in den Mittelpunkt seines Filmes, der daher nicht nur ein Porträt Nowitzkis, sondern auch eines von Geschwindner ist. Dabei klammert er auch für beide unangenehme Bereiche nicht aus. Die Zeit, in der Nowitzkis damalige Verlobte Crystal Taylor als Trickbetrügerin entlarvt und in dessen Haus verhaftet wird, wird ebenso thematisiert wie Geschwindners Probleme mit dem Fiskus.

Was in dem gelungenen Film fehlt ist Nowitzkis Zeit in der Nationalmannschaft. Dabei gehören diese Auftritte genauso zu seiner Karriere. EM-Silber 2005, WM-Bronze 2003 und Fahnenträger bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. „Was ich da Schönes erlebt habe, werde ich nie vergessen“, sagte Nowitzki. Doch so bleibt immerhin noch genügend Stoff für eine Fortsetzung. Zumal Nowitzki fest vor hat, im kommenden Sommer sein Comeback für Deutschland zu geben. „Dass die EM jetzt auch in Berlin stattfindet, ist eine Riesensache. Von daher ist das schon mein Plan.“

Der Film läuft im Capitol.

von Lars Reinefeld

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