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Dem Lebenstraum ein Stückchen näher

Juno 17 im Knubbel Dem Lebenstraum ein Stückchen näher

Im November gab die Marburger Band Juno17 drei gut besuchte Konzerte in Russland. Im Knubbel ist die Resonanz geringer, doch das Quartett lässt sich nicht vom Ziel abbringen: Das Hobby soll zum Beruf werden.

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Die Musiker von Juno17 haben Blut geleckt – sie möchten als professionelle Band von ihrer Leidenschaft auch leben können. Dem
Publikum im Knubbel gefiel jedenfalls, was sie zu bieten haben. Foto: Benjamin Kaiser

Marburg. Philipp Hofmann und Josua Mette, Sänger und Bassist von Juno17, sind sich einig: Musikmachen ist die Erfüllung ihres Lebens. Ein Lebenstraum, für den sie bereit seien, große Opfer zu bringen. Doch sie wissen auch, dass der Weg bis zur professionellen Band steinig und schwierig ist.

Gut besucht ist das Konzert im Knubbel nicht. Lediglich 40 Zuschauern sehen sich die vier von Juno17 gegenüber. „Natürlich bleibt bei einem solchen Konzert finanziell nicht viel übrig. Aber trotzdem werde ich noch in einer Woche ein breites Grinsen im Gesicht haben, weil es mich einfach glücklich stimmt, Musik zu machen“, sagt Hofmann, der sich viele Gedanken über das Wort Glück macht.

Einst führte der 29-Jährige ein gutbürgerliches Leben: adretter Anzug, sicherer Bürojob, geregeltes Einkommen. Erfüllung fand er darin jedoch nicht. „Es hat einfach etwas gefehlt in meinem Leben“, sagt Hofmann. Seit rund zehn Jahren habe er versucht, ein Musikprojekt mit Gleichgesinnten auf die Beine zu stellen. Dem Lebenstraum rückte er im August ein Stückchen näher, als sich die Band Juno17 gründete. „Es passt einfach, weil wir alle das gleiche Ziel haben“, meint Josua Mette.

Auf der Bühne präsentiert sich Mette ausdrucksstark. Es ist leicht erkennbar, dass er die Musik lebt. Beim Spielen sind seine Augen zumeist geschlossen. Er macht den Eindruck, als befände er sich in Trance. Mal ist der Sound der Band emotional, mal ein wenig rau. Abwechslungsreicher Pop-Rock, der mit tiefgründigen Texten zu überzeugen weiß und das Publikum bezirzt: Ohne Zugabe lassen die Zuschauer die vier jungen Männer nicht von der Bühne, und natürlichen serviert das Quartett Nachschlag.

Zwei Konzertbesucherinnen gefällt es ganz besonders. Lydia und Sina aus Marburg. Die beiden Studentinnen überschlagen sich geradezu mit Lob für die Band. Vor allem von Hofmanns einfühlsamer Stimme sind die jungen Frauen begeistert. „Die Band hat sich sehr ins Zeug gelegt, und die Stimme von dem Sänger ist super“, sagt Lydia. Sina pflichtet ihr bei und setzt noch einen drauf: „Es war eine Stimme zum Dahinschmelzen.“ Ähnliche Reaktionen habe die Band in Russland erlebt. „Das russische Publikum reagiert sehr emotional auf Musik, macht keinen Hehl aus Gefühlen“, erzählt Mette.

von Benjamin Kaiser

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