Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° Regen

Navigation:
Das Leben der Tiere im Fokus der Kunst

Galerie Schmalfuss Das Leben der Tiere im Fokus der Kunst

Zum ersten Mal sei eine Vernissage nicht pünktlich fertig geworden, entschuldigte sich Galerist Michael W. Schmalfuß. Die vielseitigen Werke ließen die Verzögerung jedoch schnell vergessen.

Voriger Artikel
Wunderland wird zur Psychiatrie
Nächster Artikel
Kruder Horrorschocker

Kristof Grunert (links) war als einziger der Künstler zur Vernissage gekommen. Seine Bronzeskulptur „Großer Gepard“, hinter der er mit Michael W. Schmalfuß steht, ist ein Blickfang der Ausstellung.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. „Andere Galerien machen im Sommer zu, wir machen in Marburg immer eine Gruppenausstellung“, betonte Michael W. Schmalfuß, der sich über die „fantastischen und bekannten Künstler“ freute. Neun Künstler sind in der diesjährigen Gruppenausstellung vertreten: Elvira Bach, Oliver Czarnetta, Christine Erdmann, Kristof Grunert, Thomas Jessen, Ralf Koenemann, Peter Simon Mühlhäußer, Sigrid Nienstedt und der bekannte Bildhauer Hans Scheib.

Elvira Bach ist in der aktuellen Ausstellung im Städel mit einer großen zentralen Arbeit vertreten. Wer nicht nach Frankfurt fahren will, findet einige Werke der Hessin mit ihrer ganz eigenen Formsprache auch in Marburg. Ihre Einzelausstellung im Frühjahr sei die erfolgreichste für die Galerie Schmalfuss in Marburg gewesen, berichtete der Galerist.

Ihre Bilder stechen hervor, denn die anderen Werke widmen sich allesamt der Natur. Das sei aber reiner Zufall, merkte Schmalfuß an.

Die Tiermotive von Sigrid Nienstedt wirken satt und ruhig. Weil der Hintergrund mit expressiven Farben gestaltet ist, verstärkt sich die Dramatik der abgebildeten Tiere aus den heimischen Wäldern. Der Blick des Wolfes in der Nische bei der Sitzecke wirkt äußerst lebendig, die rosa Zunge und die Zähne stechen leuchtend hervor.

Naturempfinden durch Abstraktion

Stellvertretend für alle Künstler war Kristof Grunert bei der Vernissage anwesend, dessen Skulpturen zu sehen sind. „Mich interessiert das Tier, denn dabei kommt man zwangsläufig dazu, es in verschiedenen Materialien auszudrücken“, erklärte der Künstler. Er suche sich zuerst ein Thema und dann das passende Material, um das Wesen des jeweiligen Tieres darzustellen. In Marburg sind hauptsächlich Bronze-Arbeiten zu sehen, wie der „Große Gepard“, der an der Fensterseite zum Pilgrimstein steht. Grunert arbeitet aber auch mit Steinguss oder Textilstoffen.

Die Materialbilder von Ralf Koenemann drücken durch ihre Abstraktion Naturempfinden aus. Motive wie ein großformatiger Elefant wirken mit den vielen Farbschichten sehr wild, an den Rändern sieht man, wie Farbe heruntergelaufen ist.

Auch Schmalfuß schätzt die „Krustigkeit“ seiner Bilder. Die Werke von Peter Simon Mühlhäußer fehlten allerdings noch bei der Vernissage, da Schmalfuß sie in seiner Galerie in Berlin stehen gelassen hatte. Er werde sie im Lauf der Woche nach Marburg bringen, versprach er.

  • Die Ausstellung ist bis zum 29. August zu sehen: dienstags bis freitags von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18.30 Uhr sowie samstags von 10 bis 16 Uhr.

von Mareike Bader

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr