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„Das Gefühl, mitten im Film zu sitzen“

Dolby-Atmos-Premiere im Cineplex: „Das Dschungelbuch“ „Das Gefühl, mitten im Film zu sitzen“

Am Freitag präsentierte das Cineplex den Film „Das Dschungelbuch“ mit dem neuen Soundsystem „Dolby Atmos“. Die OP fragte Zuschauer, ob der neue Klang überzeugt.

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Eine Szene aus der neuen „Dschungelbuch“-Verfilmung: Der Panter Bagheera, der Bär Balu sind die besten Freunde des Menschenjungen Mowgli.

Quelle: Disney Enterprises

Marburg. Donner rollt durch den großen Saal 4 des Cineplex. Ein knisterndes, grollendes Krachen, das den Kinosaal erzittern lässt. Dann kommt der Regen. Der Satz „Sound, den man fühlen kann“ flimmert über die Kinoleinwand. Der Demo-Clip für das neue Soundsystem, der vor Filmbeginn gezeigt wird, hat es in sich. Und dem begeisterten Applaus der mehr als 300 Zuschauer nach, macht er Lust auf mehr.

„Dolby Atmos“ unterstützt eine Vielzahl einzelner Tonspuren und Ausgangssignalen. In Saal 4 sind es 40 Tonkanäle. So kann jedem Geräusch ein eigener Lautsprecher zugewiesen werden. Gerade die Lautsprecher in der Saaldecke machen die Neuerung aus. Bei Sounds, die von oben kommen, entfaltet „Atmos“ seine volle Wucht.

Wenn etwa der machthungrige Riesenaffe King Louie aus dem „Dschungelbuch“, der auf der Evolutionsleiter weiter 
nach oben klettern will, eine halbe Tempelanlage zum Einsturz bringt, kommt „Dolby Atmos“ richtig in Fahrt: Dem Publikum fällt quasi die Decke auf den Kopf. Aber auch wenn in ruhigeren Szenen die natürlichen Geräusche der Dschungelwelt – das Quaken der Frösche, das Rascheln der Büsche, das Zwitschern der Vögel – aus allen Ecken kommen, ist der 
Zuschauer mittendrin statt nur dabei.

Als „fesselndes, mehrdimensionales Sound-Erlebnis“ hatte 
das Cineplex „Dolby Atmos“ angekündigt. Franziska (22, Fotos: Kaiser) aus Marburg war jedoch nicht gefesselt. „Ich brauche das nicht unbedingt“, meint sie und fügt hinzu: „Ich habe das Soundsystem nur bei einigen Action-Szenen wirklich bemerkt. Bei Filmen, die auf Dialoge setzen, muss ich so etwas nicht haben.“ Sie stand mit 
ihrer Meinung allein.

Nach der Vorstellung verewigen viele Zuschauer auf Zetteln ihre Meinung zum neuen Soundsystem. Sie überschlagen sich regelrecht mit Lob. „Das Gefühl, komplett vom Sound umgeben zu sein, ist phänomenal“ oder „3D² #allaroundyou“ ist da zu lesen.

Zu den Begeisterten zählen 
auch Alexander (26) und 
Julia (23) aus Stadtallendorf, die sich als „erfahrene Kinogänger“ bezeichnen. „Ich habe den Film bereits vorher gesehen. Mit dem neuen Soundsystem ist er deutlich beeindruckender“, versichert Julia und hebt die Begegnung hoch oben in den Baumkronen zwischen Mowgli und der Würgeschlange Kaa hervor. „Ich habe gehört, wie sich Kaa langsam genähert hat und über mich hinweg geschlängelt ist. Da hatte 
ich schon ein bisschen Angst und Gänsehaut.“

Alexander hob hingegen das „großartige“ Zusammenspiel von Bild und Ton hervor. „Atmos ist quasi wie ein 3-D-Sound. Zusammen mit der 3-D-Brille hatte 
ich das Gefühl, nicht vor dem Film, sondern mitten im Film zu sitzen. Ab jetzt bitte jeden Film mit diesem Sound“, forderte er schmunzelnd.

So weit ist die Filmbranche noch nicht. Fest steht aber, dass „Das Dschungelbuch“ nur der Auftakt ist. Demnächst kommen weitere Filme mit „Atmos“-­Abmischung in die Kinos: 
Ice Age, der heute startet, 
Independence Day am 14. Juli, Star Trek am 20. Juli, BFG am 21. Juli sowie Tarzan und Pets am 28. Juli.

von Benjamin Kaiser

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