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Das „E“ steht eindeutig für Entertainment

Musik Das „E“ steht eindeutig für Entertainment

Der britische Tenor Tony Henry hat eine Berufsauffassung, mit der er insbesondere jungen Menschen das Tor zur klassischen Musik weit aufstößt: „Was ich mache, ist Entertainment.“

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We will rock you: Inmitten der Schüler animierte der Tenor Tony Henry das Publikum in der Turnhalle der Emil-von-Behring-Schule gestern Mittag zum Mitmachen.

Quelle: Carsten Beckmann

Marburg. „Ganz ehrlich: Nein, oft habe ich solche Workshops noch nicht gemacht“, sagte Henry am Donnerstag im Gespräch mit der OP. Kaum zu glauben, denn schon nach wenigen Minuten hatten die Jungen und Mädchen von der Richtsberg-Gesamtschule und der Emil-von-Behring-Schule verstanden, dass sie vor einem Opernstar nicht in Ehrfurcht erstarren müssen. „Das war jetzt gut, um ein Gefühl dafür zu bekommen, dass euch nichts peinlich sein muss“, ermutigte der Sänger die Band und den Chor, mit denen er Rod Stewarts „Sailing“ einstudierte, nach dem ersten gemeinsamen Durchlauf. Hier ein Witzchen, da eine kleine Hilfestellung, dort eine freundliche Ermahnung: „Disziplin bei der musikalischen Arbeit muss nicht langweilig sein“, meint Henry, für den es am wichtigsten ist, dass die Jungen und Mädchen, mit denen er arbeitet „sie selbst sind und so relaxed wie möglich“. So ganz ohne Aufregung ging’s natürlich nicht: „Ich war total aufgeregt“, meinte Jana, die selbst später einmal professionelle Sängerin werden möchte: „Tony ist ein toller Opernsänger. Bei ihm konnte ich mir viele Tipps für meine eigene Zukunft holen.“Um das Interesse an klassischer Musik zu wecken, nutzt Tony Henry die sinfonischen Interpretationen von Rock-Klassikern als Köder, wie er freimütig einräumt. Und mit der gleichen Rampensau-Attitüde wie bei der „Night of the Proms“ animierte er auch in der Schulturnhalle etwa 400 junge Zuhörer zum Mitmachen, als er „Delilah“ oder „We will rock you“ anstimmte.Für jemanden wie Tony Henry steht das große E der E-Musik eindeutig für Entertainment und nicht für „Ernst“. Zurzeit, so Henry, konzentriere er sich voll auf seine Karriere als Aufnahmekünstler: „Ich habe zehn Jahre auf Opernbühnen gestanden, was ich jetzt mache, ist ein ganz neuer, ganz anderer Abschnitt.“

von Carsten Beckmann

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