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Das Beste aus zwei Welten

„Scarecrow“ spielte im KFZ Das Beste aus zwei Welten

Die Musikrichtungen Blues und Hip-Hop scheinen auf den ersten Blick nicht gerade kompatibel. Die Musiker von „Scarecrow“ zeigten eindrucksvoll, wie gut sich diese Mischung anhören kann.

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Die Musiker von „Scarecrow“ präsentierten eine beeindruckende Mischung von Blues und Hip-Hop.

Quelle: Jan Bosch

Marburg. Verzerrter Gesang und ein paar schmutzige Bluesakkorde tönen aus dem Dunkel der Bühne im KFZ: Das ist „Scarecrow“, zu deutsch die Vogelscheuche. Im gleißenden Gegenlicht der Scheinwerfer der vernebelten Bühne erinnern die Umrisse von Frontmann Slim Paul tatsächlich ein wenig an Batmans Widersacher. Langsam mischen sich Samples unter die Akkorde. Das Feuerwerk kann beginnen.

Die Scheinwerfer an, explodieren „Scarecrow“ mit krachenden Gitarren und fetten Bassläufen. Morbider Blues trifft auf drängende Hip-Hop-Beats – so oder so ähnlich heißt ihr Rezept. Die vier Franzosen aus Toulouse nehmen die etwa achtzig Zuschauer im KFZ mit in eine Welt, in der Blues und Hip-Hop eins werden, in der der Groove König ist.

Die beiden Welten kollidieren im Sound einer Dobro-Gitarre und dem Klang alter Sample-LPs mit Delta-Blues aus den 30er Jahren. Ohne Rezept und unter Umgehung gängiger Szenecodes sucht das ungleiche Quartett aus Frankreich den Einklang, seinen Weg zurück zu den Wurzeln der Bewegungen, die ihre Musik formten.

Kein Tanzbein bleibt ruhig

Immer wieder schaffen sie es, den traditionellen Sound der Dobro-Gitarre gekonnt mit verspielten Samples zu vereinen und bieten eine Bühnenperformance par excellence. Dazu kniet Slim Paul schon mal auf dem Boden, während er mit dem Bottleneck schräge Töne aus den Blechen der Resonatorklampfe zerrt. Rapper und Scratcher Antibiotik lässt derweil die Plattenteller fliegen. Immer wieder stürmt er nach vorne und schleudert mit Schallgeschwindigkeit französische Reime ins Publikum.

Eine feurige Mischung, bei dem kein Tanzbein ruhig stehen bleiben kann. Das Publikum feiert das Quartett vom ersten verzerrten Ton an, hüpft und tanzt zu fetten Hip-Hop-Beats, die Drummer Pap‘s im Hintergrund zurechtzimmert. Das groovende i-Tüpfelchen setzt Bassist Jamo obendrauf, der mit treibenden Basslinien den Gesamtsound perfekt macht.

Auch nach der Zugabe lässt das Publikum nicht locker. Leicht irritiert über den anhaltenden Applaus, legen die vier Jungs nochmal einen weiteren Kracher nach. Chapeau, die Herren, große Performance.

von Jan Bosch

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