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Tänzer stecken mit Lebensfreude an

„Dance Masters“ Tänzer stecken mit Lebensfreude an

Eine fesselnde Zeitreise 
in das Irland des 18. Jahrhunderts bot die Tanzgruppe „Dance Masters“, die die Geschichte des Stepptanzes auf musikalische und tänzerische Weise auf die Bühne brachte. Nun begeisterten sie auch das Marburger Publikum im großen Saal des Erwin-Piscator Hauses.

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Die Tänzerinnen und Tänzer wirbelten mit ihren Steppschuhen über die Bühne und präsentierten traditionelle irische Tänze.

Quelle: Melanie Weiershäuser

Marburg. Irish Dance fasst verschiedene Arten irischer Volkstänze zusammen, die alleine, als Paar oder in Gruppen getanzt werden können. Traditionell tragen die Tänzerinnen und Tänzer dazu irische Stepp-Schuhe oder weiche Tanz-Schuhe. Die Aufführung solcher Tänze ist fester Bestandteil der irischen Kultur seit dem 16. Jahrhundert. Damals wurden sie in den Hallen neu erbauter Schlösser dargeboten und erreichten auch den Hof Elisabeth I.

Die originalen Dance Masters des 18. Jahrhunderts waren wandernde Tanzlehrer, die von Dorf zu Dorf reisten und der Bevölkerung das Tanzen beibrachten. Angelehnt daran erzählten auch die Tänzerinnen und Tänzer der „Dance Masters“ von einer Tanzschule und integrierten die Tänze in eine etwas melodramatische Liebesgeschichte.

Dabei tanzten die Paare miteinander und gegeneinander. Sie duellierten sich regelrecht in Stepp-Soli und fanden schlussendlich in der großen Formation zu einem friedlichen Miteinander. Durch den Traum eines der Protagonisten stellten die Tänzerinnen und Tänzer außerdem eine Zeitreise in das späte 18. Jahrhundert dar und zeigten in authentischen Kostümen den Einfluss der ehemaligen Dance Masters.

Sie tanzten mit unglaublicher Geschwindigkeit – passend zum Rhythmus der irischen Musik – wirbelten über die Bühne und erzeugten durch das Klappern der Steppschuhe auf dem Holzboden mitreißende Rhythmen. Begeistert klatschten die Zuschauer in die Hände, feuerten die Tänzerinnen und Tänzer an und konnten kaum die Füße stillhalten. Die Iren wurden dabei zu regelrechten Percussion-Musikern. Und zwischendurch heizten drei Musiker an Fidel, Banjo und Gitarre die Stimmung mit traditioneller irischer Musik an.

Der Sänger und Gitarrist des Trios, Barry Tierrey, animierte das Publikum zum Mitsingen und Mitklatschen. „Wenn ihr singen könnt, dann singt. Don’t be langweilig“, brachte der Ire die Marburger in gebrochenem Deutsch zum Schmunzeln. Klassiker wie „Whiskey in the Jar“ und John Denvers „Leaving on a Jetplane“ begeisterten die Zuschauerinnen und Zuschauer.

Als der Sänger die deutsche Version des irischen Volksliedes „The wild Rover“, nämlich „An der Nordseeküste“, anstimmte, ließen die Marburger sämtliche Hemmungen fallen und sangen eifrig mit. „Das Publikum war wirklich toll. Die Stimmung war sehr gut“, freute sich Banjo-Spieler Andrew Kelly nach dem Konzert.

von Julia Mädrich

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