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Criminale schenkt Büchern die Freiheit

„Im Zweifel für den Krimi“ Criminale schenkt Büchern die Freiheit

Am Dienstag haben Krimiautoren vom „Syndikat“ in der Marburger Oberstadt die ersten 25 von 99 Büchern „ausgesetzt“. Jeder, der sie entdeckt, kann sie mitnehmen, sollte sie nach dem Lesen aber selbst auch wieder aussetzen.

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Daniel Carinsson (von links), Elke Pistor, Angela Eßer, Beate Maxian und Jürgen Siegmann setzten am Dienstag Krimis aus.

Quelle: Uwe Badouin

Marburg. Das Syndikat macht Ihnen ein Angebot, das sie nicht ausschlagen können: Wer in den nächsten Tagen in Marburg oder an anderen „Tatorten“ im Landkreis Marburg-Biedenkopf einen einsamen, herrenlosen Krimi entdeckt, kann sich seiner erbarmen und ihm ein Zuhause auf Zeit geben.

Zu erkennen sind die ausgesetzten Bücher an einer wasserdichten Plastikverpackung und dem „Beipackzettel“ vom „Syndikat“: „Im Zweifel für den Krimi“ steht darauf, und: „Das Syndikat, die Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur, schenkt Büchern die Freiheit“.

Passanten sind begeistert

Die Organisatorinnen und Elke Pistor aus Köln, Angela Eßer aus Bayern und der Wahlösterreicher Daniel Carinsson vom Organisationsteam der diesjährigen Jubiläums-Criminale, die noch bis Sonntag in Marburg stattfindet, machten sich Dienstagmittag gemeinsam mit ihren Kollegen Beate Maxian aus Österreich und Jürgen Siegmann aus Bielefeld auf den Weg vom Tagungshaus Welcome Hotel in die Oberstadt, um die ersten 25 Bücher in die Freiheit zu entlassen. Insgesamt werden 99 Bücher von 99 verschiedenen Autoren ausgesetzt. Sie mussten nur wenige Meter gehen, bis ein Radfahrer zugriff.

Nach der kurzen Fahrt mit dem Fahrstuhl hinauf in die Altstadt war der zweite einsame Krimi fällig. „Wow“, „Echt?“, „Super“, „Danke, gerne“, lauteten die Reaktionen der Passanten, die das Syndikats-Angebot nicht ausschlagen konnten.

Verbunden ist die Aktion mit einer Bitte: Die Leserinnen und Leser sollen das Buch nach der Lektüre wieder aussetzen und möglichst auf der Syndikats-Homepage www.das-symdikat.com vermerken, wann sie es wieder ausgesetzt haben. Wer will, kann danach wie ein Detektiv den Weg des Buches verfolgen. Die Bücher liegen in Geschäften oder an geschützten Stellen öffentlicher Plätze aus.

Die Jubiläums-Criminale läuft nach dem Auftakt am Montagabend in der Druckerei der Oberhessischen Presse allmählich an. Nach und nach trudeln die Autorinnen und Autoren in Marburg ein, die sich wie Beate Maxian betont, sehr auf das Treffen mit den Kolleginnen und Kollegen freuen. Schließlich sei ihre Arbeit am Schreibtisch oft einsam.

Lesung der Bestsellerautorin Elisabeth Herrmann

Rachegefühle oder mörderischer Hass ist den Autoren allerdings fremd. „All dies leben wir in den Romanen aus. Deshalb sind wir so tiefenentspannt“, sagt die Österreicherin, die in ihren zahlreichen Romanen wie „Tod in der Hofburg“ bislang ­jede Menge Menschen um die Ecke gebracht hat.

Am Mittwochabend findet um 19.30 Uhr der erste Höhepunkt der Criminale 2016 statt: Die in Marburg geborene Bestsellerautorin Elisabeth Herrmann stellt in der Pfarrkirche ihren neuen Thriller „Totengebet“ vor.

Außerdem werden Landrätin Kirsten Fründt, die Marburger Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach sowie der Leiter der Kriminalpolizei in Marburg, Bodo Koch, in einer launigen Talkrunde vom Ehrenglauser-Preisträger Jürgen Alberts ins Kreuz­verhör genommen. Professor Martin Weyer sorgt für den musikalischen Rahmen.

Für die Gala gibt es noch Karten. Der Erlös kommt zwei Flüchtlingsprojekten im Kreis zugute.

von Uwe Badouin

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