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Coole Typen melden sich zurück

Blues Brothers im Erwin-Piscator-Haus Coole Typen melden sich zurück

Der große Saal des Erwin-Piscator-Hauses war fast ausverkauft, als sich am Freitagabend die „Blues Brothers“ an alter Wirkungsstätte zurück­meldeten. Am Ende gab es minutenlange Standing Ovations.

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Die „Blues Brothers“ sind zurück auf der Bühne, für die das Kultmusical konzipiert wurde. Das Foto zeigt Ogün Derendeli (Jake Blues, rechts) und Martin Maecker (Elwood Blues), der inzwischen durch Artur Molin ersetzt wurde.Foto: Christian Buseck

Quelle: Christian Buseck

Marburg. John Landis’ Kinospaß rund um Jake und Elwood Blues aus dem Jahr 1980 hat bis heute Kultstatus. Matthias Faltz, Intendant des Hessischen Landestheaters Marburg, hat daraus mit seiner rasanten und witzigen Bühnenversion ein Marburger Kult-Musical gemacht. Vor drei Jahren hatte das Stück in der alten Stadthalle Premiere, wurde dort stets vor ausverkauftem Haus gespielt - zuletzt bei der „Abrissparty“ im Juni 2013.

Drei Jahre später kehren die supercoolen Helden Jake und Elwood Blues an die alte Spielstätte zurück. Der Umzug in die kleinere Ausweichspielstätte in der Galeria Classica und viele Umbesetzungen haben den Blues Brothers wenig anhaben können: Der Dauerbrenner - er wurde am Freitag zum 31. Mal gespielt - wirkt frisch und unverbraucht wie eh und je.

Neu im Ensemble ist Artur Molin, der Martin Maecker als Elwood Blues toll ersetzt und sich gemeinsam mit dem großartigen Ogün Derendeli als sein Bruder Jake mit staubtrockenem Humor durch jede Menge Hits singt. Neu in der Produktion sind auch Sebastian Mus­kalla und Thomas Huth, die gleich mehrere Rollen übernehmen, und Lisa-Marie Gerl als Sweethart. Auch bei den Backgroundsängerinnen und den Tänzerinnen der Formation Lichtblicke gab es in der langen Spieldauer des Publikumshits viele Änderungen. Sie alle fügen sich ein, als hätten sie nie etwas anderes gemacht.

Umjubelter Star des Rockmusicals ist neben den beiden Marburger Blues Brothers Molin und Derendeli insbesondere Franziska Knetsch, die mitreißend zahlreiche Rock-, Blues- und Soulklassiker etwa von Are­tha Franklin oder Ray Charles singt und daneben gleich vier Rollen hat. Sie hat kaum Zeit , die Kostüme zu wechseln.

Die Wiederaufnahme der Blues Brothers im Erwin-Piscator-Haus ist ein geschickter Schachzug von Intendant Faltz: Das Stück ist toll, es wurde für diese Bühne konzipiert, es ist auch mehr als drei Jahre nach der Premiere ein Publikumshit, was für ein Landestheater äußerst ungewöhnlich ist, und es wird nach wie vor bei Gastspielen nachgefragt. Es bringt also Geld, mit dem das Theater seine eher experimentellen Produktionen subventionieren kann, wie Faltz gegenüber der OP sagte. Faltz rechnet auf jeden Fall auch künftig mit seinen „Blues Brothers“. Das Landestheater hat am Freitag neue Fotos machen lassen - die alten zeigen noch die erste Besetzung. Das fällt auch bei Videoeinspielungen auf, wo dem Publikum der Unterschied zwischen Maecker und Molin ins Auge fällt.

Cinderella kehrt zurück

Faltz hat noch ein weiteres heißes Eisen für das neugestaltete Erwin-Piscator-Haus in petto: „Cinderella - A Rock’n’Roll Fairytale“. Auch dieses Rockmusical war im Marburger Theatersommer 2015 ein Publikumshit. Jetzt baut er das Open-Air-Stück um für die große Bühne. Er stellt fest: „Das ist viel Arbeit.“

„Cinderella“ kommt am Samstag, 17. September, auf die Bühne. Wer das witzige, mit Rock- und Pop-Hits gespickte Märchenmusical sehen will, sollte sich frühzeitig um Karten kümmern. Gleiches gilt für die „Blues Brothers“, die im Oktober wieder auf dem Spielplan stehen.

Die erste Neuproduktion des Landestheaters für das Erwin-Piscator-Haus wird das große Märchenstück „Ali Baba und die 40 Räuber“, das am 26. November Premiere hat. Im Februar folgt dann die größte Liebesgeschichte aller Zeiten: Shakespeares „Romeo und Julia“.

Faltz ist erst einmal froh, dass die „Blues Brothers“ ohne Unterbrechung gespielt werden konnten: „Wenn wir heute ohne Fehlalarm durchkommen, schlage ich drei Kreuze.“ Fehlalarme gab es bislang bei der großen Eröffnung und auch bei den Proben zu den „Blues Brothers“.

Auch sonst läuft noch nicht alles ganz rund in dem neuen Haus der Stadtgesellschaft: Ursprünglich waren die „Blues Brothers“ im kleinen Saal mit Empore geplant. Die ließ sich aber aufgrund technischer Probleme nicht vorfahren. Zum Glück aber für viele Fans, die dadurch im größeren Saal noch Karten bekommen haben.

Und auch am Catering für Theateraufführungen oder Konzerte muss wohl noch gearbeitet werden: Schnelle Mahlzeiten oder Häppchen für den kleinen Hunger gab es vor der Wieder­aufnahme (noch) nicht. Im EPH-Restaurant war zu viel los.

von Uwe Badouin

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