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Collage über die Macht der Bilder

Hessisches Landestheater Collage über die Macht der Bilder

Mit der Uraufführung eines von dem jungen Autoren Thomas Köck extra für das Hessische Landestheater Marburg geschriebenen Stücks „paradies ­hungern“ feiert dieses 
am Samstag Premiere.

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Oda Zuschneid spielt gemeinsam mit Roman Pertl in „paradies hungern“.

Quelle: Hessisches Landestheater Marburg

Marburg. Das Stück ist Teil einer Trilogie, der erste Teil mit dem Titel „paradies fluten“ entstand als Auftragswerk für das Theater Osnabrück. „Schnelle Gegenwartsdramatik“ nennt das Hessische Landestheater Marburg „paradies hungern“, die dahin führt, wo wir laut Köcks Zeitdiagnose ohnehin schon sind: in die Krise.

Thomas Köck ist in Österreich geboren und lebt in Berlin. Für seinen Dokumentarfilm „Architecture at Gunpoint“ wurde er 2014 für den Filmförderpreis der Robert Bosch Stiftung nominiert. Mit dem Stück „Isabelle H. (geopfert wird immer)“ gewann Köck im Frühjahr 2015 den Stückepreis des Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreises.

Medien, Soziale Netzwerke und Nachrichten sind voll davon: Krisenberichte, Krisenreportagen, Bilder von Krisen. Köck vermische das radikal Persönliche mit der gesellschaftlichen Verwerfung, so das Theater. Dabei werde deutlich, dass unser Bild von der Welt immer geprägt ist von der Linse, durch die wir sie betrachten. Fotos, Wahrnehmungen und Erinnerungen vermischten sich zu einem „Grund der Bilder“, dem Hintergrund unseres Lebens, auf dem wir wandeln und stolpern.

Großes Lob für Marburger Team

Das klingt nach starkem Tobak, doch Köck versichert, dass er keinen deprimierenden Theaterabend erwarte: „Ich habe ein kleines, leises, collageartiges Stück geschrieben über Kriegsberichterstattung und die Macht der Bilder“, sagt er.

In Marburg war er nur zu Beginn der Proben und hat sich ansonsten herausgehalten: „Kurze ,Kontroll‘-Besuche oder so mag ich nicht, wenn, dann würde ich eher gern von vornherein mitarbeiten oder selbst Regie führen, ansonsten entsteht schnell der falsche Eindruck, dass eine Inszenierung nur Dienstleistung für den Autor ist“. Das Marburger Team sei aber auf jeden Fall „ganz großes Kino.“

Er versuche, die Sprache so weit wie möglich zu verdichten und denke ansonsten relativ wenig über den konkreten Theaterraum nach, so Köck. „Ich finde für mich einen Rhythmus im Text, würde ich den selbst inszenieren, wüsste ich, was mich interessiert. Ansonsten geb‘ ich den Text ab.“

In Marburg hat er ihn an die Regisseurin Fanny Brunner abgegeben, es spielen Oda Zuschneid, Roman Pertl und Victoria Schmidt. Die Uraufführung beginnt am Samstag, 24. Oktober, um 20 Uhr im Theater im Schwanhof in der Black Box.

von Heike Döhn

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