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Chor springt durch die Zeit

Adventskonzert Marburger Bachchor Chor springt durch die Zeit

Bevor es für den Marburger Bachchor in das große Jubiläumsjahr geht, präsentierten die Laiensänger bei ihrem Adventskonzert weihnachtliche Werke auf hohem Niveau und stellten dabei auch ihr umfangreiches Repertoire unter Beweis.

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Beim Adventskonzert am Samstag gelang es dem Marburger Bachchor, die Universitätskirche sowohl mit Menschen als auch mit freudigen sowie ausgewogenen Klängen zu füllen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Marburg. Fröhlich setzten die Stimmen des Marburger Bachchores unter der Leitung von Nicolo Sokoli bei „Advent“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy ein. Kräftig, freudig und mit ausgewogenem Klang ertönte auch „Weihnachten“ aus „Sechs Sprüche zum Kirchenjahr“. Mit diesen beiden Werken aus Mendelssohn-Bartholdys Zyklus für sieben bis acht Stimmen setzten die über 50 Laiensänger gleich den Rahmen für das Konzert, bei dem sie gekonnt zwischen alten traditionellen Motetten des 16. Jahrhunderts und moderneren Kompositionen des Palestrinastils hin- und hersprangen.

Der Vergleich zwischen der Vertonung der Responsorien-Texte aus der Zeit Palestrinas und der „Weihnachtsmotetten“ von Poulenc aus dem Jahr 1952 war hochinteressant. Ruhig gehalten stimmte der Bachchor in sechs Stimmen aufgeteilt Palestrinas Werk „O magnum mysterium“ an und überzeugte dabei mit schönen Melodielinien und ausgeschmückten Worten sowie ausgewogener Harmonik. Poulencs Komposition hingegen griff das „große Geheimnis“ durch schwebende Harmonik und düsteren Klang auf, was von den Laiensängern mit einer bravourösen Sicherheit gemeistert wurde.

In „Quem vidistis pastores“ (Wen habt ihr gesehen, Hirten?), bricht Poulenc mit der ruhigen Rhythmik Palestrinas und gibt so der Motette einen sehr modernen Anstrich. Kräftig erschallte bei beiden Vertonungen die letzte Zeile zur Lobpreisung Gottes, die mit sattem Klang in die Universitätskirche hallte. Es war faszinierend zu hören, wie Poulenc mit der Tradition der Motetten-Komposition im 16. Jahrhundert mit ihrer fein aufgefächerten Mehrstimmigkeit, der Aufteilung der Stimmen und der bedachten Rhythmik in den eigenen Werken spielt.

Bachchor hat auch hervorragende Solisten in seinen Reihen

In das Programm eingestreut waren Choralsätze von Johann Hermann Schein, die in kleiner Besetzung von jeweils drei Sängern des Bachchores vorgetragen wurden, begleitet von Dirigent Nicolo Sokoli am Orgelpositiv. Hier zeigte sich, dass der Bachchor nicht nur ein ausgezeichneter Konzertchor ist, sondern auch hervorragende Solisten besitzt.

Zum Schluss des Konzertes widmete sich der Bachchor zwei zeitgenössischen Komponisten. Kraftvoll begannen die Bässe das abwechslungsreiche „Magnificat“ von Giles Swayne, das dieser 1982 für achtstimmigen Chor als Auftragswerk der Christ Church in Oxford komponiert hatte. Ruhig beschlossen wurde das Konzert mit dem populären „Caritas et amor“ von Z. Randall Stroope, das mit der zweiten Zeile „Gaudium quod immensum est“ (die Freude ist unermesslich) noch einmal mit voller Stimmkraft vom Bachchor gesungen wurde. Besonders beim abschließenden „Alleluia - Amen“ waren die einzelnen Stimmlagen wunderschön herauszuhören, allen voran der helle Sopran. Das Publikum bedankte sich mit kräftigem Applaus, der nach der Zugabe, „Weihnachten“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, erst verstummte, als alle Sänger von der Bühne gegangen waren.

von Mareike Bader

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