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Chor der Musikschule begeistert mit Sakralmusik

Konzert in der Elisabethkirche Chor der Musikschule begeistert mit Sakralmusik

Begeisterter und lang anhaltender Beifall erhob sich, als am Freitagabend die letzten Töne von Maurice Duruflés Requiem in der Elisabethkirche verklungen waren.

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In Siegerpose präsentierte sich Dirigent Daniel Sans mit seinen glücklichen Sängerinnen und Sängern.Foto: Zenz

Quelle: Herbert Zenz

Marburg. Das Publikum verfolgte die Aufführung des neunsätzigen und etwa einstündigen Werks hoch konzentriert. Vom einleitenden „Introitus“ bis zum abschließenden „in Paradisum“ schlug die 1947 komponierte Musik die Zuhörer im vollbesetzten Kirchenschiff in ihren Bann.

In einjähriger intensiver Probenarbeit hatte sich der Chor der Musikschule Marburg auf die Aufführung vorbereitet. Unterstützt wurden die Sängerinnen und Sänger durch den SEL-Chor der Steinmühle sowie von Mitgliedern des Liederkranzes Germania aus Ober-Erlenbach bei Bad Homburg. Dirigent Daniel Sans, langjähriges Mitglied im Mainzer Domchor und erfahrener Gesangssolist in Oratorium und Oper, leitete mit sicherer Hand das geistliche Konzert.

Sorgfältig und nuanciert wusste der Chor die verschiedenen Stimmungen des Werks auszudrücken: Das hoffnungsvoll und tröstlich klingende „Lux aeterna“ beispielsweise, das so sehr zum milden und sonnigen Vorfrühlingstag passte, aber ebenso auch die mehrfach dramatisch vorgetragene Bitte um Errettung der Seele im „Libera me“.

Im Marburger Kammerorchester hatten die Sängerinnen und Sänger routinierte Instrumentalpartner. Eine tragende Rolle in Duruflés Komposition spielt die Orgel. Organist Christian Zierenberg brachte die Klais-Orgel in allen Klangfarben und Registern zur Geltung. Eine schöne Parallele zur Struktur des Werks: Greift hier doch der Komponist auf die fast unveränderten gregorianischen Melodien der Totenmesse einerseits zurück und verbindet diese mit seiner von Fauré und anderen französischen Impressionisten beeinflussten Tonsprache.

Ob einstimmig und in höchste Höhen hinaufgeführt oder opulent mehrstimmig gesetzt: Der Chor beherrschte die schwebenden und bisweilen dramatisch dissonanten Klänge sicher und wusste sie auf ihren dramaturgischen Bezug zum Text hin auszugestalten.

Die Marburger Mezzosopranistin Susanne Lohmiller und Bass Florian Westphal aus Paris fügten mit ihren Soloparts dem Werk weitere eindrückliche Klangfarben hinzu.

von Eugen Anderer

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