Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Bunte Revue mit vielen alten Schlagern

„Die 3 von der Tankstelle“ Bunte Revue mit vielen alten Schlagern

Ganz viele alte Gassen­hauer, bunte Kostüme, schöne Tanzszenen, gut aufgelegte Darsteller und eine schnell erzählte Geschichte von Freundschaft und Liebe – das sind die Zutaten der Komödie 
„Die 3 von der Tankstelle“.

Voriger Artikel
Neues von 
Kultautor Fforde
Nächster Artikel
Akrobaten präsentieren Weltneuheit

Die drei Freunde stehen Schlange. Lilian, oben von links hat Willy (Michael Köckritz), Kurt (David Gerlach) und Hans (Jochen Nötzelmann) den Kopf verdreht.

Quelle: Tobias Hirsch

Amöneburg. Wer sich gut zwei Stunden lang nett unterhalten lassen möchte, wer alte 30er-Jahre-Schlager wie „Ein Freund, ein guter Freund“, Hallo, Du süße Frau, fahr’ nicht allein“ oder „Liebling, mein Herz lässt Dich grüßen“ mag, der ist bei den drei von der Tankstelle richtig.

Die ausverkaufte Premiere am Mittwochabend auf der Bühne an der alten Burgmauer kam bei den 550 Zuschauern gut an. Am Ende gab es viel Applaus und vereinzelte Bravo-Rufe, auf die das Ensemble mit einer Zugabe reagierte.

Regisseur Peter Radestock, der 2013 gemeinsam mit Depro-Geschäftsführer Michael Deuker die Schlossfestspiele Amöneburg aus der Taufe hob, bringt Wilhelm Thieles alten Filmklassiker von 1930 mit dem unvergessenen Heinz Rühmann als musikalische Komödie auf die Bühne.

„Die 3 von der Tankstelle“ begeisterten bei den Amöneburger Schlossfestspielen.

Zur Bildergalerie

Radestock hat den Stoff in die 1950er-Jahre verlagert und mit Elementen einer bunten Revue in Szene gesetzt. Dazu gehören schöne Kostüme wie bunte Petticoats, auffällig karierte Anzüge und Schiebermützen und natürlich 18 alte Schlager. Sie kommentieren die überschaubare Handlung, wenn etwa der liebe „gute Herr Gerichtsvollzieher“ im „Lied vom Kuckuck“ mit seinen Helfern Einzug hält und dabei an die berühmten Trauergemeinden aus New Orleans erinnert.

Ein gut eingespieltes Ensemble

Weil die Musik eine derart zentrale Rolle spielt, arbeitet Radestock erstmals in Amöneburg mit einer Band zusammen: Mit Hartmut Reyl (Klavier), Dirk Kunz (Kontrabass), Stefan Kock (Saxofon und Klarinette) sowie Schlagzeuger Sven Demandt hat er vier ausgezeichnete Musiker gefunden, die die alten Klassiker souverän auf den Punkt bringen.

Weil auch die Darsteller gut, die Amöneburgerin Anna-Sophie Braun und die Kirchhainerin Lisa Ganswindt – beide wurden an der Hamburger Stage School ausgebildet – ausgezeichnet singen, ist das schon mal die halbe Miete. Radestock weiß, dass er sich auf sein gut eingespieltes Ensemble verlassen kann.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Die drei Freunde Willy (Michael Köckritz), Kurt (David Gerlach) und Hans (Jochen Nötzelmann) haben auf einer Weltreise das Erbe von Willy verprasst und kaufen sich mit den letzten Kröten eine Tankstelle. Die Umstellung fällt den Lebemännern nicht leicht: „Wir haben die Arbeit von weitem geseh‘n – und auch da war sie nicht schön“, singt Hans. Eines Tages taucht Lilian Cossmann (Anna-Sophie Braun) auf und die drei Freunde verlieben sich einer nach dem anderen Hals über Kopf in die schöne und energische junge Frau.

„Die 3 von der Tankstelle“ ist ein harmloser Theaterspaß. Alle Menschen in dem Stück sind freundlich – das gilt für den wohlhabenden und gemütlichen Direktor Cossmann (Manfred Gorr), der seiner Tochter keinen Wunsch abschlagen kann, ebenso wie für die Nachtclubbesitzerin Edith von Turoff (Christine Reinhardt), die Rechtsanwältin Dr. Kalmus (Cathrin Bürger) und ihre Assistentin Fräulein Mondschein (Lisa Ganswindt).

Lieder zum animieren zum Mitsummen

„Die 3 von der Tankstelle“ entführen die Zuschauer in die vermeintlich heile Welt der Wirtschaftswunderjahre. Die Darsteller dürfen ihre Figuren grell überzeichnen, wirken so, als wären sie soeben einem der bunten Filme der 1950er-Jahre entsprungen, die die Menschen von den trüben Seiten des Alltags ablenkten.

Und wenn es allzu schmalzig zu werden droht, greift Radestock ein: Mal brechen Handpuppen in Muppets-Show-Manier die Handlung ironisch ab, mal singt er selbst als Nachtclub-Conferencier schlüpfrige Lieder und ­alte Kabarettsongs oder erzählt zweideutige Witze. So zaubern die Darsteller den Zuschauern ein ums andere Mal ein Lächeln auf die Lippen. Und vor allem die Lieder summt man unweigerlich mit.

Weitere Aufführungen sind am Freitag um 20 Uhr, am 16., 21., 22., 23. Juli (20 Uhr), 24. Juli (18 Uhr), 28., 29., 30. Juli (20 Uhr), 31. Juli (18 Uhr), 
4., 5. und 6. August (20 Uhr). Für alle Vorstellungen gibt es noch Karten in allen bekannten Vorverkaufsstellen, unter 06453 / 912470 und unter www.depro-concert.de

von Uwe Badouin

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr