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Bühne frei für junge Musiker

Konzert in der Cavete Bühne frei für junge Musiker

Junge Marburger Musikerinnen und Musiker präsentierte die Jazzinitiative in der Cavete. Zu hören waren drei Studierende, die mit eigenen Songs ganz vorsichtig ins Rampenlicht treten.

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Johannes Korte alias James Partoir (linkes Bild) und Theresa Moos (rechtes Bild, von links) und Jessika Jesse von „Soulway“ auf der Bühne der Cavete.Fotos: Hanna Prior

Marburg. Arm in Arm oder mit geschlossenen Augen lehnen die Zuhörer am Donnerstag auf den Bänken der gemütlichen Cavete. Hier tippt ein Fuß im Rhythmus, dort nickt ein Kopf im Takt, zaghafte Finger klopfen auf den Tisch und alle lauschen gebannt der Musik. Im Scheinwerferlicht stehen drei junge Marburger Talente mit ihrer selbstkomponierten Musik.

Seit sie sich bei einer Jamsession vor fünf Monaten kennenlernten sind Jessika Jesse und Theresa Moos nicht mehr nur Freundinnen, sondern ein Akustik-Pop-Duo. Ihr Name „Soulway“ ist bei den beiden Studentinnen Programm: „Unsere Lieder sind für die Seele“, sagen sie und besingen Eindrücke und Erfahrungen mit dem Leben. Ihre Songs, begleitet von Gitarre, Geige und Klarinette, sind emotional, berührend, melancholisch und träumerisch. Oft geht es um die Liebe, doch auch soziale Probleme wie Alkoholabhängigkeit oder die Armut in den Straßen Italiens thematisieren sie mit ihren zarten Stimmen.

Hoch hinaus wollen die 22-Jährigen mit ihrer Musik, doch für den Anfang nehmen sie mit ihrer spartanischen „Bühne“, der Oberstadt, vorlieb, wo sie als Straßenmusikanten im Altstadtkern singen. Und tatsächlich sind sie innerhalb von Marburgs Mauern schon kleine Berühmtheiten, wurden ab und zu angesprochen, gebucht oder wiedererkannt.

Auch Johannes Korte alias „James Partoir“ ist dabei, sich einen Namen zu machen. Der 24-jährige nahm vor kurzem sein erstes Album auf. Der Physiotherapiestudent ist, was Musik angeht, ein Naturtalent: flink huschen seine Finger beim Fingerpicking-Style über den Gitarrenhals, klopfen auf den Klangkörper, schnipsen und trommeln und klatschen. Dazu pfeift der junge Gitarrist von Zeit zu Zeit, immer ein verschmitztes Grinsen im Gesicht.

Nur eines tut er selten: singen. „Beim Fingerpicking konzentriert man sich allein auf die Gitarre“, erklärt er.

Kaum zu glauben, dass der 24-Jährige erst seit eineinhalb Jahren dieses Instrument lernt - wohlbemerkt ohne Unterricht, dafür mit sagenhafter Ausdauer und beharrlichem Fleiß. Zwischen sechs und drei Stunden übt er täglich; ein bis zwei Monate dauert es, bis er einen Song komponiert hat.

Der begabte Gitarrist drückt seine Gedanken rein instrumental aus - er braucht keine Worte, um zu vermitteln, was ihn bewegt. „Meine größte Inspiration ist die Natur“, sagt er. Und auch sein Glaube hat einen hohen Stellenwert in seiner Musik.

Soulway und James Partoir. Zwei Beispiele für junge Menschen, die den Mut und das Talent haben, ihr Hobby auf die Bühne zu bringen und gehört zu werden, wenn sie ihre persönlichen Erfahrungen mitteilen.

von Hanna Prior

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